U2: Verbannt in Myanmar - DER SPIEGEL
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U2 Verbannt in Myanmar

Wer das neue U2-Album "All That You Can't Leave Behind" nach Myanmar (ehemals Birma) einführt, muss mit bis zu 20 Jahren Gefängnis rechnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Album der irischen Pop-Gruppe wurde mit einem Bann belegt, weil der Song "Walk On" der Friedensnobelpreisträgerin und Führerin der oppositionellen myanmarischen Demokratiebewegung Aung San Suu Kyi gewidmet ist. Die Politikerin wurde vor einem Monat zusammen mit anderen Mitgliedern ihrer National Democratic League vom totalitären Regime des südostasiatischen Kleinstaats erneut unter Hausarrest gestellt, jegliche Referenz an die verbotene Bewegung - ob als Buch, Zeitschrift oder Musik - ist in höchstem Maße strafbar. Jeder, der pro-demokratische Artikel oder Pamphlete ins ehemalige Birma (englisch: Burma), das seit 1989 offiziell Myanmar heißt, einführt, muss mit bis zu 20 Jahren Gefängnis rechnen.

U2 hatten sich in den vergangenen Monaten für die Demokratiebewegung des asiatischen Staats stark gemacht und eine Kampagne initiiert, die ein Bewusstsein für die Menschenrechtsverletzungen in Myanmar schaffen sollte. Auf ihrer Website www.u2.com  schildern sie die Verbrechen des Regimes seit den ersten Studentenunruhen im Jahre 1988 und fordern ihre europäischen Fans auf, an ihre Regierungen zu schreiben, um einen Boykott eines Treffens einer EU-Delegation mit Ministern aus Südostasien in diesem Monat zu erwirken.