William Shatner: Captain Kirk auf Pop-Exkurs - DER SPIEGEL
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William Shatner Captain Kirk auf Pop-Exkurs

Der Schauspieler William Shatner ist genervt: Auch nach über 30 Jahren wird er von "Star Trek"-Fans noch als "Captain Kirk" angesprochen. Dabei kann der Mann weit mehr, als auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise den Ton angeben: Am Montag erscheint eine neue Pop-CD des 73-Jährigen.
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Hamburg - William Shatner kann es nicht leiden, wenn er als "Captain Kirk" angesprochen wird. "Ehrlich gesagt, kotzt es mich an... Ich möchte nicht nur auf diese Etappe meiner Karriere reduziert werden", sagte der US-Schauspieler dem "Stern". Shatner hat in der amerikanischen TV-Serie "Star Trek" von 1966 bis 1969 die Rolle des "Raumschiff Enterprise"-Kommandanten Captain James Tiberius Kirk gespielt.

Die "Star Trek"-Serie habe ihn zwar berühmt gemacht, aber es sei nicht seine beste Rolle gewesen, sagte Shatner dem Magazin. "Eine gute Rolle definiert sich nicht danach, ob ein Film oder eine TV-Serie Kultstatus erreicht. Es kommt vielmehr darauf an, was man inhaltlich vermitteln kann." Der Schauspieler und Hobby-Sänger nannte seine späteren Auftritte als Streifenpolizist "T.J. Hooker" eine "tiefsinnige Rolle", und mit der Reality-Serie "Rescue 911", das amerikanische Vorbild des RTL-"Notrufs" mit Hans Meiser, habe er sogar Leben gerettet.

William Shatner bedient seine Fans aber trotz aller Abscheu noch mit "Star-Trek"-Material. Er schreibt Romane zur Serie, die Titel wie "Captain's Blood" oder "Captain's Peril" tragen, und hat gerade eine DVD herausgebracht, auf der er über alte Enterprise-Zeiten plaudert. Fans, die ganze Abende damit verbringen, alte Folgen der Serie zu gucken, kann der gebürtige Kanadier nicht verstehen. "Ist wohl alles eine Frage der richtigen Drogen", sagte er.

Für die neueste Installation der Serie hat Shatner kaum Interesse. Er habe nur eine Folge gesehen. "Aber ich bin mit Patrick Stewart, dem bekanntesten meiner Nachfolger, eng befreundet." Stewart spielte zwischen 1987 und 1994 den "Enterprise"-Captain Jean-Luc Picard in der zweiten "Star Trek"-Serie "The Next Generation".

Der Captain wider Willen, im Übrigen bekannt für seinen schrägen Humor, betätigt sich auch gerne selbst als Filmemacher. Am Dienstag beendete Shatner sein jüngstes Filmprojekt in dem Örtchen Riverside im US-Bundesstaat Iowa. Dort drehte er einen Film, bei dem auch Anwohner mitwirkten. Nach Drehschluss enthüllte Shatner, dass es sich nicht um einen echten Spielfilm handelte, sondern um einen Trick: In Wirklichkeit ging es darum, wie eine kleine Gemeinde reagiert, wenn Hollywood dort einen Film dreht. Als Entschädigung für die Täuschung kündigte er eine Spende von 100.000 Dollar an die Gemeindekasse an.

Neben der Schauspielerei widmet sich Shatner immer wieder gerne der Popmusik - obwohl er eigentlich nicht singen kann. Gleichermaßen für Hohn und Bewunderung sorgte 1968 Shatners "Spoken Word"-Album "The Transformed Man", auf dem er Pop-Klassiker wie "Lucy In The Sky With Diamonds" und "Tambourine Man" vertonte und mit Literatur-Zitaten anreicherte. Erst vor wenigen Jahren erschien die Compilation "Spaced Out" mit den besten und kuriosesten Pop-Versuchen Shatners und seines "Star Trek"-Kollegen Leonard Nimoy alias Mr. Spock, der sich in den späten Sechzigern ebenfalls als Sänger versucht hat. Shatners musikalische Gehversuche gelten als Kult in der amerikanischen Alternative-Pop-Szene. Zu seinen Bewunderern zählen unter anderem die Songwriter Beck und Ben Folds.

Folds, ehemals Kopf des Trios Ben Folds Five, war es auch, der Shatner bei seinem neuesten Streich unterstützte: Am kommenden Montag erscheint das Album "Has Been" (Shout/Sony Music). Shatner schrieb die Texte und Songs zusammen mit Folds und darf sich über eine Reihe namhafte Gäste freuen: Aimee Mann, Brad Paisley, Henry Rollins und Adrian Belew. Höhepunkt des äußerst amüsanten Albums ist Shatners Version des Pulp-Hits "Common People" im Duett mit Joe Jackson. "Das Album enthält Gedanken und Erfahrungen von mir, die sehr wenige Leute bisher gehört haben", erklärt Shatner, "ich wollte sie mit denjenigen teilen, die mir nahe stehen."

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