Pop!: Totale Abstinenz?
Pop! Sag ja zu Drogen
Dass Rockstars Drogen nehmen, es damit gern mal übertreiben, dann Reue zeigen und selbstverständlich doch weitermachen, ist allgemein anerkannter Teil des Berufsbildes. Dass Ozzy Osbourne im Club der Exzessiven einige Rekordmarken setzte, ist auch kein Geheimnis. Wer Freude an Geschichten von abgebissenen Fledermausköpfen und Murmel-Spielen mit Kuhaugen hat, sollte Ozzys Autobiografie gelesen haben.
Also ist die aktuelle Meldung von Ozzy Osbournes Drogen-Rückfall-Beichte nur bedingt überraschend. Interessanter ist, dass in einigen Wochen ja das aufgeregt erwartete Comeback-Album von Ozzys Veteranen-Truppe Black Sabbath kommen soll, und im Laufe der Promotion dafür palaverten Ozzy und seine Jungs ausgiebig über die Erfahrung, mal eine Platte in stocknüchternem Zustand eingespielt zu haben. Immerhin entstanden die Klassiker der Band überwiegend von allerlei Substanzen beflügelt: "Wir gaben mehr für Kokain aus als für das Studio", amüsiert sich Geezer Butler in einem kleinen Werbeclip , in dem auch der lichtscheue Superproduzent Rick Rubin über die Aufnahmen plaudert. Aber nun kann wohl auch bei dem neuen Album kaum von totaler Abstinenz gesprochen werden. Egal. Darüber, ob das nun gut oder weniger toll ist, dürfen nun die Fans zanken.
Single-Debüt in einer Krimi-Serie
Aber weil auch Black Sabbath in diesem Jahrtausend angekommen sind, werden sie "End of the Beginning", die erste Single ihres Comeback-Albums "13", nicht altmodisch im Radio oder bei MTV vorstellen, sondern in einer US-TV-Serie. Genauer gesagt bei "CSI: Vegas", zum Finale der 13. (!) Staffel werden sich die Ermittler auf der Spur des Bösen in ein Black-Sabbath-Konzert verirren, wo die Briten dann - Überraschung - ihre neue Single aufführen. Wegen der angeschlagenen Gesundheit einiger Bandmitglieder wird dieses Kurz-Konzert vielen Fans als Ersatz dienen müssen.
Eher überraschend ist die Nachricht, dass Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Malmö vertreten sein wird. Nun ja, indirekt zumindest, denn der Alt-Rocker spendierte der armenischen Band Dorians ihren Beitrag-Song "Lonely Planet" . Klar sei das merkwürdig, rechtfertigt sich der Brite, aber er habe nun mal diese Ballade übergehabt.
Übrigens, die Voraussetzungen für einen kommerziellen Triumph der Black-Sabbath-Wiederauferstehung sind derzeit denkbar günstig. Immerhin führen die Briten mit ihrem "US TOUR 1978"-T-Shirt die letztjährigen Charts der "Classic-Rock T-Shirts" an - vor Led Zeppelin, David Bowie und Bruce Springsteen. Wen schert da noch, ob jemand Tonträger kauft?