Nachruf: Richard Rogers - DER SPIEGEL
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Richard Rogers, 88

• aus DER SPIEGEL 52/2021
Foto: C. Djanogly / Camera Press / laif

Zu den Gegnern des britischen Architekten und seines futuristischen Stils gehörte Prinz Charles, der habe sogar Aufträge an ihn verhindert, glaubte Richard Rogers. Die Queen allerdings adelte ihn, er erhielt als Lord Rogers of Riverside einen Sitz im Oberhaus. Zur Welt gekommen war er 1933 in Florenz, sein Vater hatte jüdische Wurzeln und englische Ahnen. 1938 emigrierte die Familie aus dem faschistischen Italien nach Großbritannien. Später baute Rogers so, als gäbe es keine Geschichte, nur Zukunft. Bekanntestes Beispiel dafür ist das gemeinsam mit seinem Kollegen Renzo Piano geschaffene Centre Pompidou in Paris. Mitten ins historische Zentrum setzten sie einen gewaltigen gläsernen Quader mit stählernen Streben und wuchtigen Röhren. Eine »Raffinerie der Künste« nannte der SPIEGEL 1977 diese Science-Fiction-Architektur. Zum Glück seien er und Piano damals noch naiv gewesen und hätten sich nicht allzu viele Gedanken gemacht, sagte Rogers später. Ebenfalls wie eine Fabrikanlage wirkt sein Hochhaus für Lloyd’s of London. Seine Gebäude stehen überall, in Berlin etwa am Potsdamer Platz, in New York auf dem Gelände der früheren Twin Towers. Wieder tauchen Streben an der Fassade auf, nun wirken sie fast zurückhaltend. Richard Rogers starb am 18. Dezember in London.

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