Nebenan das Grauen - DER SPIEGEL
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Landmark Media / IMAGO

»The Zone of Interest« Nebenan das Grauen

29.02.2024
• aus SPIEGEL Chronik 1/2024

Im gepflegten Garten planschen Kinder zwischen Liegestühlen, hinter der Mauer findet ein Menschheitsverbrechen statt. Das Bild ist inszeniert, es stammt aus dem Film »The Zone of Interest«, doch die Geschichte des KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie von 1940 bis 1943 unmittelbar neben dem Vernichtungslager Auschwitz lebte, ist authentisch. Dem britischen Regisseur Jonathan Glazer gelingt eine filmische Ausnahmeleistung – in seiner Darstellung des Alltags im Angesicht des Holocaust wird keine einzige Leiche gezeigt, es geht ihm um die menschliche Fähigkeit, selbst die grauenhafteste Realität als normal zu akzeptieren. »Es ist ein Film, der Ekel provoziert, auch vor einem selbst«, resümiert der SPIEGEL.

Die internationale Gemeinschaftsproduktion, in der die deutschen Schauspieler Christian Friedel und Sandra Hüller als Eheleute Höß bisweilen darüber streiten, ob es für die fünf Kinder einen noch besseren Ort geben könnte als das grüne Zuhause neben dem Konzentrationslager, wird von der Kritik gefeiert. »The Zone of Interest« gewinnt den Großen Jurypreis von Cannes und kurz nach dem deutschen Kinostart Ende Februar zwei Oscars, darunter die Auszeichnung für den besten internationalen Beitrag. »Es sind wohl die Zeiten, in denen wir leben, die dafür gesorgt haben, dass der Film sofort zu den Leuten spricht«, sagt Regisseur Glazer.

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