Aufgeblasene Autorenfilme wie dieser beweisen vor allem eins: daß der deutsche Film derzeit recht daran tut, sich lieber mit der Herstellung von Unterhaltungsware zu bescheiden. Peter Sehr ("Kaspar Hauser") legt die uralte Geschichte von einer Frau, die sich zwischen zwei Männern nicht entscheiden kann, im Berlin der neunziger Jahre neu auf (mit Heike Makatsch, Charles Berling und Daniel Craig). Die urbane Gegenwart aber ist Sehr ziemlich Wurscht: Er zielt aufs Zeitlos-Ewige und irgendwie Erhabene, auf die tiefsten Wahrheiten über Liebe, »das Leben« - und die großen Ideen zappeln hilflos an den Strippen dieses vor lauter Kunstwollen schwer atmenden Leinwandzampanos. Im staubigen Fundus des Autorenfilms alter Schule hat sich der Nachgeborene reichlich eingedeckt; gerade an Wenders erinnert vieles: geheimnisumwitterte Akrobaten, die Verklärung Berlins und die clowneske Traurigkeit der Helden. So ist das Dreierdramolett eine Secondhand-Erfahrung, der vor allem das fehlt, wonach er am heftigsten strebt: Gefühlsechtheit.
Dieser Ausdruck wurde am 17.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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