Oper
Die Idee zu seiner neuen Oper, sagt Benjamin Britten, sei ihm just in jenen Tagen gekommen, als Luchino Viscontis Plan einer »Tod in Venedig«-Verfilmung bekanntgeworden sei. Brittens neue Oper: »Tod in Venedig«. Die Novität des englischen Komponisten ist zwar noch nicht ganz fertig, aber der Uraufführungstermin steht schon fest: 16. Juni bei Brittens Aldeburgh-Festival. Der italienische Filmregisseur hatte aus dem Schriftsteller Aschenbach. Hauptfigur der Thomas-Mann-Novelle, einen Komponisten nach Gustav-Mahler-Vorbild gemacht und den Film mit Mahler-Klängen untermalt -- der englische Komponist laßt in seiner Oper den Aschenbarh Schriftsteller bleiben und in der Uraufführung von Brittens altem Freund, dem Tenor Peter Pears, spielen und singen. Schon jetzt ist sicher, daß Britten dreifachen Vergleich riskiert: nicht nur mit Mann und Visconti, sondern, dank Visconti, auch mit Mahler.