Orgien nie - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 64 / 86

Bücher Orgien nie

Willi Heinrich: »So lang, Archie«. Bertelsmann; 572 Seiten; 26 Mark.
• aus DER SPIEGEL 38/1972
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Willi Heinrich, der Bestseller-Autor, der sich besonders auf die Unfälle der Politik und auf die Techniken und Fortschritte des Liebeslebens konzentriert hatte, kümmert sich mittlerweile nur noch flüchtig um Regierung und Opposition. Sabine, seine neue Heldin, wird zwar bei ihrer »linken Pflichtkür« aufgenommen, redet also den notwendigsten Quatsch; ein rechtes Apo-Mädchen ist sie trotzdem nicht. Schon früh dem Beamten-Bungalow entlaufen, lebt sie von Porno-Filmen -- und ihr einst so zorniger Autor von peniblen Bett-Aufzeichnungen.

Sabine reagiert, mal auffällig und mal wie immer, auf Archie, einen Erfolgsmenschen, auf ihre Wohn- und Arbeitskameraden Harry und Werner und auf die verklemmte Erbin Hella. Archie erprobt abwechselnd und unter scheußlichem Termindruck die Chefsekretärin Gerda, die verstoßene Hausfrau Annemarie und das dreiste -- auch schon mal geschiedene -- Kind Sabine.

Rätselhaft sind hin und wieder die Geschäftsverbindungen der jungen und älteren Leute, ihr Geschlechtsleben dagegen ist es nie. Autor Heinrich versichert seinen Lesern, daß es zwar im engeren Kreis Sabines manchen Wechsel und manche Gemeinsamkeit gegeben habe, doch -- welche Erleichterung! -- »niemals ... Orgien im Sinne eines kommunizierenden Partnertausches.

Zur Ausgabe
Artikel 64 / 86