Paul Auster, 77 - Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Paul Auster, 77

• aus SPIEGEL Chronik 1/2024
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Dominik Butzmann / laif

In seinem letzten Roman »Baumgartner« aus dem vergangenen Jahr hat Paul Auster sich noch einmal seinem eigenen Leben literarisch gestellt und auch die symbiotische wie komplizierte Beziehung zu seiner Frau Siri Hustvedt verarbeitet, ebenfalls Schriftstellerin. Sie war es, die Anfang Mai bestätigte, dass ihr Mann an Lungenkrebs gestorben war. Paul Auster war einer der letzten großen amerikanischen Literaturstars der Postmoderne des 20. Jahrhunderts. Er sah gut aus, trank gern Rotwein und rauchte und war lange Zeit ein Fixpunkt der New Yorker Literaten- und Künstlerszene. Sein erster Roman »Die Erfindung der Einsamkeit« von 1982 handelte, sehr amerikanisch, von einer jüdischen Jugend in der Vorstadt in New Jersey und den Problemen mit dem übermächtigen Vater, ein Coming of Age zur Blütezeit des modernen Amerika. Seine berühmtesten Bücher der »New York Trilogie« (1987) hätten die immer geforderte »Great American Novel« werden können, doch Auster wusste da längst, dass dies in einer postmodernen, später sogar postfaktischen Welt ein hinfälliges Konzept war. Sein Metier war das der an den Rändern ausfransenden Charaktere, der unsicheren Identitäten und des tröstlichen Wissens davon, dass man sich selbst ohnehin nicht entkommt.

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