Gestorben Peter Zwegat, 74
Ein Flipchart war seine Insignie, ein Anzug seine Nothelfer-Uniform. Wenn Peter Zwegat im RTL-Format »Raus aus den Schulden« zum Hausbesuch anreiste, wusste das Publikum stets: Hier sitzt jemand gewaltig im finanziellen Schlamassel. Von 2007 bis 2019 half der Fernseh-Finanzexperte hoch verschuldeten Menschen, die oft selbst das Ausmaß ihrer Verbindlichkeiten nicht mehr überschauen konnten. Auf großen weißen Blätter dokumentierte er mit schwarzen und vor allem roten Stiften die desolate Situation seiner Klienten, ohne Dünkel und mit sanfter Abgeklärtheit suchte der ausgebildete Verwaltungsbeamte und Sozialpädagoge nach praktikablen Lösungen. Einen Gutteil seiner Nonchalance darf man sicher dem Umstand zuschreiben, dass er bereits lange als Schuldnerberater in Berlin arbeitete, als RTL ihn anheuerte. Geldsorgen hatte er hautnah erlebt. Seine Eltern konnten Kinderschuhe nur auf Raten kaufen, er musste sich oft um seine kranke Mutter und zwei Geschwister kümmern, während sein Vater arbeitete: »Das Helfen habe ich eingeimpft gekriegt«, erzählte Zwegat einmal in einem Interview. Als Erwachsener litt er nach Mobbing am Arbeitsplatz lange unter Ängsten und depressiven Verstimmungen, die sich bei ihm auch in körperlichen Symptomen zeigten, wie er in seiner Autobiographie berichtete. »Manchmal bin ich ein bisschen Pfarrer, ein bisschen Psychologe. Manchmal auch einfach nur ein bisschen Mensch«, sagte er einmal. Peter Zwegat starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 9. August.