Phänomenale Einfalt - DER SPIEGEL
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Film Phänomenale Einfalt

• aus DER SPIEGEL 36/1996
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Vom Himmel hoch scheint die Inkarnation des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard persönlich nach Hollywood gelangt: Medienwächter aus beiden Bonner Großparteien vermuten in einem neuen US-Lichtspiel Hubbards verkappte Biographie, verkörpert durch den bekennenden Scientologen John Travolta. »Phenomenon - Das Unmögliche wird wahr« heißt der Film von Jon Turteltaub, mit dem am 26. September sogar das Hamburger Filmfest startet. Trost für Sektengegner: Die einfältige Story demontiert sich selbst. Ein Energieblitz saust aus dem Universum in den rasend netten George Malley (John Travolta). Fortan tickt das Hirn des Automechanikers schneller und greller, er spürt Erdbeben voraus und liest vier Bücher am Tag. Seine Fähigkeiten schrecken die ländlichen Mitbürger und bald auch das FBI auf. Und schon rauscht das Sci-fi-Opus trotz guter Besetzung (Robert Duvall, Kyra Sedgwick, Forest Whitaker) auf die Schmalzspur: Lichtgestalt George schrumpft zum Opfer eines Hirntumors und gibt in den Armen der Liebsten seinen Geist auf. Unsektiererisches Fazit: Wer zuviel denkt, stirbt. Wer zuwenig denkt, auch.

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