Kino in Kürze »Ratcatcher«.
Der traurige, schmalbrüstige James könnte ein Bruder jenes Billy sein, der derzeit erfolgreich über die Leinwände tanzt, oder auch ein Neffe jenes Frank, der in »Die Asche meiner Mutter« aus der Armut nach Amerika flieht. Doch anders als für diese Nachwuchshelden gibt es für James keinen Ausweg aus dem Elend der angelsächsischen Unterschicht; den Slums von Glasgow, in denen die Müllabfuhr streikt und die Ratten sich tummeln, entkommt der Junge höchstens in seinen Tagträumen. Das bei mehreren Festivals ausgezeichnete Debüt der schottischen Filmemacherin Lynne Ramsay hält wenig Trost parat, dafür Bilder, die leise und eindrücklich davon erzählen, wie jede Kindheit, auch die erbärmlichste, an der Grenze zwischen Innenwelt und Außenwelt, Unschuld und Erfahrung gelebt wird.