»Riesiges Frühjahrsprogramm« - DER SPIEGEL
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VERLAGE »Riesiges Frühjahrsprogramm«

Gerd Haffmans, 57, über die Zukunft des Zürcher Haffmans-Verlags und seine eigenen Chancen, Verleger zu bleiben
• aus DER SPIEGEL 46/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Herr Haffmans, das Konkursverfahren gegen Ihr Haus läuft. Das endgültige Aus nach fast 20 Jahren?

Haffmans: Nein. Aber ich weiß nicht, wohin die Reise geht.

SPIEGEL: Am vorvergangenen Freitag haben Sie in Hamburg zusammen mit Harry Rowohlt und anderen aus dem neuen Roman Ihres Autors Frank Schulz gelesen, scheinbar gut gelaunt.

Haffmans: Auf der Fahrt nach Hamburg hatte es mich kalt erwischt - trotz dieser Nachricht wollte ich den Abend genießen.

SPIEGEL: Sie mochten sich nie einem Konzern ausliefern ...

Haffmans: ... nun sieht die Sache natürlich anders aus. Jetzt sind wir billig zu schnappen. Es muss nur einer beim Konkursamt Riesbach-Zürich ein Angebot machen - dann ist er dran!

SPIEGEL: Es wird gemunkelt, dass sich Ihre Schulden auf sechs oder sieben Millionen Franken belaufen.

Haffmans: Quatsch! Wir haben keine Bankschulden. Es sind noch etwa 360 000 offen. Wir standen kurz davor, drei Millionen Schulden bei einer Druckerei in ein Darlehen umzuwandeln. Aber im Grunde meines Herzens bin ich Lektor - und ich habe eigentlich keine Lust mehr, von einer Bank zur anderen zu laufen.

SPIEGEL: Ihr bisher treuer Starautor Robert Gernhardt sucht nun auch einen anderen Verlag - bitter für Sie?

Haffmans: Bei einem Konkurs verstehe ich das. Ich war immer stolz darauf, Autoren entdeckt zu haben. Und es gibt ein riesiges Frühjahrsprogramm, das ich am Wochenende vorgestellt habe.

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