Gestorben Rodriguez, 81
Dem Musiker gelang das seltene Kunststück, ein Star zu sein, ohne es zu wissen. Seine Geschichte ist eine, die es heutzutage, mit der weltumspannenden Vernetztheit des Internets, kaum noch geben kann. Anfang der Siebzigerjahre veröffentlichte Sixto Díaz Rodríguez aus Detroit, der als Singer-Songwriter unter seinem Nachnamen auftrat, zwei dylaneske Alben. Sie floppten in den USA, machten ihn aber in anderen Ländern berühmt. Vor allem im Südafrika der Apartheid wurde sein Debütalbum »Cold Fact« zu einem Ausdruck des Protests – und Rodriguez, ohne es zu merken, zu einer Ikone. In den Neunzigern machten sich ein Plattenladenbesitzer und ein Journalist aus Südafrika auf die Suche nach dem Musiker, der gerüchteweise schon ein paar Tode gestorben war; vielleicht hatte er sich auf der Bühne angezündet oder erschossen, vielleicht war eine Überdosis schuld. Sie fanden ihn lebendig in seinem Geburtsort Detroit. Dort war der Sohn mexikanischer Einwanderer nach den Flops zwar noch in Bars aufgetreten, hatte sich aber in erster Linie als Bauarbeiter, Handwerker und Büroangestellter verdingt. 1998 spielte Rodriguez eine ausverkaufte Tour durch Südafrika. 2012 widmete sich der schwedische Filmemacher Malik Bendjelloul in seiner Dokumentation »Searching for Sugar Man« dem Musiker. Der Film gewann den Oscar, spielte Millionen ein, der Soundtrack und Rodriguez’ erstes Album landeten in den US-Charts. Rodriguez starb am 8. August in Detroit.