Rolf »Bobby« Brederlow, 63 - Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Rolf »Bobby« Brederlow, 63

• aus DER SPIEGEL 49/2024
Schauspieler Bobby Brederlow (1961 -2024)
Schauspieler Bobby Brederlow (1961 -2024)

Schauspieler Bobby Brederlow (1961 -2024)

Foto:

Frank Dicks / A-way!

Er war ein Pionier seines Fachs und ein unermüdlicher Kämpfer für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Rolf Brederlow kam mit dem Down-Syndrom zur Welt und gilt als der erste bekannte deutsche Schauspieler mit dieser Behinderung. Die Herzen des bundesdeutschen Fernsehpublikums eroberte Brederlow als Bobby in dem ARD-Vierteiler »Liebe und weitere Katastrophen« (1999). Bobby zeigte ihnen, dass die Träume und Sorgen eines Behinderten sich nicht wesentlich unterscheiden von denen anderer junger Männer. Für seine glänzende Leistung erhielt Brederlow einen Bambi. Sein Rollen- wurde sein Künstlername, Bobby galt als einer der liebenswürdigsten Kollegen in der Branche.

Weitere Auftritte in Serien wie »Für alle Fälle Stefanie«, »Alphateam – Die Lebensretter im OP« oder im »Tatort« folgten. Der Fernsehfilm »Bobby« (2002) erzählt die Geschichte eines jungen Mannes mit Down-Syndrom, dessen schwuler Bruder dafür kämpft, nach dem Tod der Eltern das Sorgerecht zu erhalten – das Drehbuch orientiert sich am Leben Brederlows, der die Titelrolle spielt. Mit rund sieben Millionen Zuschauern bei der Erstausstrahlung war der Film ein großer Erfolg; Trisomie 21 und Homosexualität galten immer noch als Tabuthemen.

Seine Popularität nutzte der begeisterte Hobbymaler, um die gesellschaftliche Inklusion voranzutreiben, dafür erhielt er das Bundesverdienstkreuz. 2018 spielt er eine letzte Rolle, nachdem er an Demenz erkrankt war, zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Rolf »Bobby« Brederlow starb am 22. November in München.

ks
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