Kino in Kürze »Samsara«
, die lockende, trügende Welt des Diesseits ist eine große Versuchung: Nach drei Jahren, drei Monaten und drei Tagen strengster Askese in einer Einsiedelei hoch oben im Himalaja muss der junge buddhistische Mönch Tashi erkennen, dass ihm die Abtötung des Fleisches nicht restlos gelungen ist, und so kehrt er zurück in den Bauernstand, in die Ehe, in die Realität von Sinnenlust, Habgier und Eifersucht. Der gleichnishafte und doch farbensatt mit klösterlichem Ritual und archaischem Landlebenstoff gefütterte Spielfilm, den der indische Regisseur Pan Nalin ("Ayurveda") auf dem einsamen Hochgebirgsplateau von Ladakh gedreht hat, zwingt leidenschaftlich zusammen, was kaum vereinbar scheint: heißblütiges Bauernmelodram, Pathos der Einsamkeit und spirituelles Reinheitsverlangen - und das alles mit einem Mut zum Überschwang, wie man ihn sonst selten im Kino zu sehen bekommt.