Schallplatten - DER SPIEGEL
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Schallplatten

• aus DER SPIEGEL 49/1971
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,Wer sprechen kann, sollte auch singen«, empfand der Wiener Ank (alias Erich) Brauer, »wer Musik hören kann, sollte auch Musik machen.« Gesagt, getan: Als erster halbwegs prominenter Kunstmaler (Richtung: phantastischer Realismus) der Schallplattengeschichte hat Brauer, 42, eine Polydor-LP besungen. Mal im Stil eines Heunigen-Strizzis, mal mit schicker Hillbilly-Begleitung und manchmal im Ton israelischer Folklore hellt er zwölf kleine Liedehen, selbstkomponiert und mit hausgemachten Reimen: »Surmi ist a große Sau / er steckt die Zehen in Kaukau.« Er besingt eine »Reise nach Afrika«, eine »Blankaugerte«, einen »Rostigen«, eine »Jause« und kündigt nach viel »Dschiribim -- Dschiribam« sogar »ein beinhartes Protestlied« an. Aber daraus wird dann auch nicht mehr als naiver, unpolitischer Schmäh. Immerhin: Im Showblock eines Fernsehabends ist ein singender Maler allemal willkommen. So durfte Brauer zum Plattenstart seine Gesänge am letzten Samstag in der Sendung »Wünsch dir was« als Eigenreklame zum besten geben -- in selbstentworfenen Dekorationen.

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