Schlagerfestival: Pleite programmiert? - DER SPIEGEL
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Schlagerfestival: Pleite programmiert?

• aus DER SPIEGEL 51/1975
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit 20 Jahren ist die Bundesrepublik beim Songwettbewerb »Grand Prix Euro-Vision auf Mißerfolge abonniert, jetzt wird die Pleite eingeplant. Obgleich Schweden ("Waterloo") und Niederländer ("Ding-A-Dong") in den letzten beiden Jahren mit englisch gesungenen Stücken gewannen, sollen nach neuen Ausschreibungsbedingungen der im »Spitzenverband Deutsche Musik« (SPIDEM) vereinigten Komponisten, Texter und Verleger nur noch in Wort und Ton rasserein deutsche Schlager zur Vorentscheidung nominiert werden dürfen. Ein Song wie »Merci, Chérie«, mit dem Udo Jürgens 1966 für Österreich siegte, wäre danach nicht möglich. Die Endauswahl soll, brieflich oder telephonisch, das TV-Publikum treffen. Mehrere Plattenfirmen erwarten ein »gigantisches Schreibfestival für die Fan-Clubs« (EMI-Direktor Jung), eine »Manipulationsorgie großen Stils« (Manager Beierlein). Sie empfehlen ihren Interpreten, am Festival nicht teilzunehmen. Der deutsche Provinz-Renner lahmt schon vor dem Start.

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