Schwedenpunsch für grimmige US-Rocker - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 80 / 140

POP Schwedenpunsch für grimmige US-Rocker

• aus DER SPIEGEL 9/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Unter amerikanischen Studenten gilt Cristina Martinez schon seit zehn Jahren als Traumfrau des so genannten Indie-Rock, ihr Gatte Jon Spencer lärmte schon früher mit der legendären (und doch miefig herumflegelnden) Spät-Punkband Pussy Galore. Ende der achtziger Jahre startete das in New York lebende Musikerpaar ein gemeinsames Bandprojekt namens Boss Hog, das ein paar Kritiker zur hymnischen Raserei brachte. Weil die Musik der Band, zu der Martinez allerliebst kreischte und auf der Konzertbühne auch gelegentlich strippte, leider verklemmter Avantgardekrach blieb, hielt das große Pop-Publikum Boss Hog lange Zeit für einen supererotischen schlechten Witz. Insofern ist das nun erschienene neue Boss-Hog-Album »Whiteout« (City Slang/Efa) eine echte Sensation: Vor allem dank der magischen Mixer-Künste des Schweden Tore Johansson, dem Strippenzieher hinter dem Welterfolg der Schwedencombo The Cardigans, haben Boss Hog zum melodischen, nur selten noch ironisch zerfieselten Popsong gefunden - und Cristina Martinez darf nun endlich in dem Star-Glanz strahlen, den sie seit je verdient.

Zur Ausgabe
Artikel 80 / 140