»September« - DER SPIEGEL
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Kino in Kürze »September«

• aus DER SPIEGEL 26/2003
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. Ein Film wie ein Blitz. Die Bilder von den New Yorker Attentaten von 2001 fahren hernieder auf deutsche Existenzen, und nichts ist mehr so, wie es vorher war. Ein von Kursstürzen gebeutelter Manager entdeckt den Wert der Familie und lässt von seinen Scheidungsplänen ab. Ein eitler Journalist (Moritz Rinke), zum ersten Mal in seinem Leben von seiner Freundin (Stefanie Stappenbeck) zu einem Standpunkt getrieben, muss erfahren, dass die Meinungsfreiheit auch einer Edelfeder beim Ressortleiter enden kann. Einen MEK-Mann (Jörg Schüttauf), der seinen FBI-Kollegen beistehen will, wirft die Überdosis falsch verstandener Solidarität aus der Bahn, und die Beziehung zwischen einem Pakistaner (René Ifrah) und seiner schwangeren Partnerin (Nina Proll) droht zu zerbrechen. Regisseur Max Färberböck ("Aimeé und Jaguar") hat mit Hilfe eines jungen Autorenteams einen packenden Episoden-Film hingelegt, der an die filmische Aufarbeitung der Mogadischu-Stammheim-Terroristentragödie »Deutschland im Herbst« von 1978 erinnert. Bilder, die sich eingraben: die sanft-ernste Entrücktheit von Catharina Schuchmann, die an der Seite des Börsenmaklers bleiben will, die Großaufnahmen vom Pakistaner, dem deutscher Islam-Hass entgegenschlägt, und dessen herrliche Phantasie von abendländisch-morgenländischer Harmonie, die Hochschwangere zum Tanzen bringt.

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