Sinnlich und streng - DER SPIEGEL
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MODE Sinnlich und streng

• aus DER SPIEGEL 46/2000
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Audrey Hepburn brachte es Ruhm, Lady Diana soll eine ganze Sammlung besessen haben, und auch Madonna, Hillary Clinton und Naomi Campbell wurden schon in diesem Kleid gesehen. Das kleine Schwarze, das in den unterschiedlichsten Formen und Materialien existiert, hat seit Jahrzehnten seinen festen Platz in Film und Fashion - und im Schrank fast jeder Frau. Nun klärt ein neues Buch der amerikanischen Modejournalistin Amy Holman Edelman darüber auf, warum der Fummel seine Trägerin gleichzeitig streng und sinnlich, zurückhaltend und verrucht wirken lässt - und männliche Betrachter ziemlich fügsam macht. Schwarze Kleider, so verrät die reich bebilderte Hommage ("Das kleine Schwarze«, DTV), galten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als »unschicklich«. Schwarz war trauernden Witwen vorbehalten und signalisierte »sexuelle Erfahrung« wie »Unerreichbarkeit«. Das erste kleine Schwarze, von Coco Chanel 1926 präsentiert, verlieh somit eine Aura verbotenen Wissens, die uns anscheinend auch heute noch in ihren Bann schlägt. Weitere Faktoren des Erfolgs: Die Klamotte ist vielseitig einsetzbar und auch schon für wenig Geld zu haben - eben, so Autorin Holman Edelman, ein »sehr demokratisches« Kleidungsstück.

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