Kino in Kürze Solas
»Solas«. Sozialer Realismus ist kein Lieblingsthema spanischer Produzenten. Einen nach dem anderen klapperte Regisseur Benito Zambrano, 36, mit seinem Drehbuch ab - ganze vier Jahre lang. Die Ochsentour aber hat sich gelohnt: Sein Film »Solas« zeigt eindrucksvoll die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung in den tristen Vororten Sevillas. Maria (Ana Fernández) trinkt viel, wird ungewollt schwanger und will mit ihren Eltern nichts zu tun haben - eine Einsame, eine Verlorene. Als ihr Vater krank wird und in die Klinik kommt, muss Maria die Mutter (María Galiana) aufnehmen. Zwei beinahe Fremde teilen sich eine Wohnung. Die Annäherung der beiden Frauen erzählt Zambrano ebenso aufregend wie lebensnah - eine angenehme Überraschung, auch für spanische Produzenten.