Später Haken? - DER SPIEGEL
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ARCHITEKTUR Später Haken?

• aus DER SPIEGEL 7/2002
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Er soll zu einem Wahrzeichen Leipzigs werden - der Neubau des Museums der bildenden Künste auf dem Sachsenplatz. Aller Voraussicht nach wird der »gläserne Schrein« im Dezember 2003 eröffnet. Nun aber droht Ungemach wegen der Randbebauung, die den transparenten Kubus wie einen Edelstein einfassen soll. Obwohl das Ganze »Museumsquartier« heißen wird, will man in den Randbauten außer einer Verwaltungsfiliale für das Stadtmuseum Büros und Geschäfte unterbringen: Dies möchte der rheinische Großinvestor Frankonia in Kooperation mit der Stadt Leipzig. Riskante Pläne, denn Leipzig hat mit hohen Leerständen zu kämpfen. Der Spatenstich für die Dependance des Stadtmuseums ist bereits Ende Februar geplant. Kritisiert wird das Projekt von einer Erbengemeinschaft. Mitte der neunziger Jahre hatte die Stadt Leipzig an die Erben der zu NS-Zeiten verfolgten jüdischen Familie Bernstein jenes Grundstück auf dem Sachsenplatz zurückgegeben, auf dem das Museum entstehen sollte. Damit das Museum gebaut werden konnte, akzeptierten die Erben ein Ersatzgrundstück in der Nähe. Dieses Grundstück aber werde nun durch die drohende »Fehlnutzung« und die absehbare »Nullachtfünfzehn-Architektur« am Rand des Museumsquartiers degradiert und »falle« wohl bald »im Wert«, wie Hubert Lang, der Anwalt der Erben, sagt. Das Leipziger Baudezernat selbst gebe zu, dass es Probleme bei der Vermarktung geben könne. Vielleicht sollten die Sachsen rund um das Museum Bäume wachsen lassen.

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