KUNSTPREISE Spendier-Pause
Erst im Dezember verliehen die »Freunde der Berliner Nationalgalerie« zum ersten Mal einen der weltweit höchstdotierten Preise für junge Kunst - nun kneifen sie. Die Kosten waren immens: Der Preis selbst, den der Maler Dirk Skreber erhielt, ist mit 100 000 Mark dotiert - zudem aber hatten die Berliner den vier Teilnehmern der Endrunde die Ausführung ihrer Werke und eine Ausstellung spendiert. »Diese Großzügigkeit hat manchen Künstler zu besonders aufwendigen Arbeiten inspiriert«, ahnt Peter Raue, Vorsitzender des Vereins. Sein Club habe 400 000 Mark ausgegeben. Nur 200 000 Mark kamen wieder herein: unter anderem durch die 500 Mark teuren Eintrittskarten für die Preisverleihung. Dass zugezahlt werde, so Raue, sei klar, aber nicht in dieser Größenordnung. »Wahrscheinlich« werde der Preis 2002 wieder verliehen, dann aber schon im Mai. Der Grund: Die Berliner wollen sich zeitlich vom Londoner Turner-Preis entfernen, dem Vorbild für ihre Auszeichnung. Zwischen den Siegerehrungen lagen im vergangenen Jahr nur acht Tage.