Stolz, aber artig - DER SPIEGEL
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WIDMUNGEN Stolz, aber artig

• aus DER SPIEGEL 12/1998
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Einem Mitschüler schrieb er 1887 ins Poesiealbum: »Befiehl dem Herren deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen.« Doch ziemlich bald war es aus mit der biblischen Einfalt, wenn Thomas Mann sich verewigte: Die »gute Mutter« bekam 1897 seinen Erzählungs-Erstling »Der kleine Herr Friedemann« schon vom »artigen Kind, welches dies verfaßt hat«, dann wuchsen die Initialen der Unterschrift ins Monumentale, und 1932 empfahl sich der schreibende Star in einem Gästebuch nur noch mit der Sentenz: »Humor ist die Humanisierung der Wahrheit.« Wie sorgsam der deutsche Ironiker selbst in Widmungen an seinem Ruhm arbeitete, zeigt das Lübecker Buddenbrook-Haus von dieser Woche an in der Ausstellung »Herzlich zugeeignet«. Der dicke Katalog, ein Muß für Fans, verzeichnet gar über 600 Dedikationen - schmeichelnde, lakonische, eitle und auch abgeklärt charmante. So schenkte Thomas Mann 1952 jemandem seinen Legendenjokus »Der Erwählte« keck »zur Vervollkommnung seiner Alterweisheit«.

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