»Stonewall« - DER SPIEGEL
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KINO IN KÜRZE »Stonewall«

• aus DER SPIEGEL 19/1997
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ist ein Schlüsselwort für das Selbstbewußtsein der amerikanischen Schwulen: Im Juni 1969 wehrten sich Tunten und Transvestiten, die in der New Yorker Kellerbar »Stonewall Inn« ihr Bierchen tranken, erstmals gegen eine Razzia. Den befreienden Faustschlag tat ein Nachtschwärmer im knallengen Fummel - so jedenfalls schildert es, ohne Anspruch auf geschichtliche Wahrheit, der Spielfilm des inzwischen an Aids gestorbenen Briten Nigel Finch. Er läßt einen abenteuerhungrigen Jungen vom Lande (Frederick Weller) zwischen zwei schwulen Welten und zwischen zwei Betten hin- und hertaumeln: der Nachtwelt der glitzernden Drag-Kultur und der Tagwelt der brav gescheitelten Aktivisten jener Zeit. Stil gegen Politik nach Vorschrift, subversive Kraft gegen Anpassung: Daß es ein Akt der Revolte sein kann, Lieder der Supremes nachzuträllern, lernt der Junge vom Land bald. Und wo Finchs Vorliebe liegt, wird rasch klar: Er stattet die Story von der Schwulenrevolte mit derart viel Pep, Schmelz und Schmalz aus, daß Judy Garland mächtig stolz auf ihn wäre.

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