COMEDY »Süßer Ansatz«
SPIEGEL: Herr Bader, Sie spielen seit fast zwei Jahren vor vollen Häusern in ganz Deutschland einen von seiner Frau verlassenen Mann, der mit einem Höhlenmenschen über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen philosophiert. Was macht das Stück, das vom 3. März an wieder im Hamburger Tivoli läuft, so erfolgreich?
Bader: »Caveman« hat etwas sehr Versöhnliches, wohl durch diesen vereinfachenden und, wie ich finde, süßen Erklärungsansatz des amerikanischen Autors Rob Becker für die Streitigkeiten zwischen Paaren: »Männer waren Jäger, Frauen Sammler.« Die Botschaft heißt: Wenn wir diesen fundamentalen Unterschied akzeptieren, können wir auch wieder als Team zusammenleben. Inzwischen ist das Stück schon so was wie Kult.
SPIEGEL: Nimmt das Publikum den Theaterabend als praktische Lebenshilfe?
Bader: Viele Frauen lachen darüber, dass ihnen der Neandertaler im Mann vorgeführt wird. Männer haben eher Aha-Erlebnisse. Auch ich verstehe rückblickend viel mehr, warum frühere Beziehungen schief gelaufen sind. Heute bin ich nicht mehr so schnell genervt von Dingen, die an Frauen einfach nicht zu ändern sind - zum Beispiel, dass sie stundenlang Schuhe anprobieren können, ohne ein Paar zu kaufen.
SPIEGEL: Also hat das Stück das Zeug, jede Menge Beziehungen zu retten?
Bader: Klar, ich erhalte Dankesbriefe. Ehetherapeuten empfehlen die Aufführung für die Paartherapie. Ich bin gebeten worden, Szenen bei einem Seminar vorzuspielen. Manche Frauen schreiben am Ende der Vorstellung ins Gästebuch: »Endlich verstehe ich meinen Mann« oder »Vielen Dank für diese Offenbarung«.