Kino in Kürze »The Isle«
ist der koreanische Spielfilm, dem der Ruf vorauseilt, dass da Leute einander und sich selbst nach übler Sadomaso-Art mit Angelhaken traktieren. Das stimmt zwar, doch sind diese Schockbilder, eher zeichenhaft, Teil einer lyrischen Ballade, einer Hassliebesgeschichte zwischen einer stummen Frau und einem selbstmordsüchtigen Desperado, deren fremdartigem Sog man sich kaum entziehen kann. Kein Zweifel, dass der Autodidakt Kim Ki-Duk, 41, zu den faszinierendsten jungen Filmemachern Ostasiens gehört. Schauplatz sind ein paar Angelhütten auf kleinen Flößen, die weit verstreut auf einem See verankert liegen. Das dunstige Gegenlicht gibt dieser Szenerie die Unschuld und Zartheit eines asiatischen Aquarells: Gewaltphantasien und Todesbilder lauern unter der spiegelnden Oberfläche