THOMAS LIESSEM
ist Präsident der »Prinzen-Garde e.V. Köln 1906«, Präsident des »Festkomitees des Kölner Karnevals von 1923 e.V.« und Präsident des »Bundes Deutscher Karneval e.V.«, dem etwa 800 Karnevalsgesellschaften angehören. Er wurde am 9. September 1900 in Köln geboren; noch vor Beendigung seiner Handwerkerlehre meldete sich der Schreinermeisterssohn freiwillig zur Fliegertruppe. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft etablierte er sich 1919 als Handelsvertreter. Heute hat Liessem, Generalvertreter großer Marken«, Alleinvertretung und Auslieferungslager folgender deutscher und ausländischer Firmen: Weinbrennerei Scharlachberg-Meisterbrand, Bingen am Rhein; Urquell-Brennerei H.C. König, Steinhagen in Westfalen; Sektkellereien Söhnlein Rheingold KG, Wiesbaden; Spaten-Franziskaner-Brauerei, München; Gordons Dry London Gin; Scotch Whisky »Long John«; Finest Scotch Whisky »White Label«, John Dewar & Sons Ltd., Perths London, Cognac Courvoisier »The Brandy of Napoleon«; Drambiuie Liqueur Company; Hirarn Walker & Sons, »Canadian Club« Bourbon de Luxe-Whisky; Tuborg-Biere, Kopenhagen.
NACHDEM HANDELSVERTRETER Liessem bereits 1925 die »Kleine Kölner Karnevalsgesellschaft« gegründet hatte, berief ihn der Vorstand der »Prinzengarde« im Herbst 1929 zum Präsidenten des »Begleitkorps Seiner Tollität«. Liessem zählt es zu seinen Verdiensten, daß er in den fahren nach 1933 die Reglementierung des Kölner Karnevals durch die NS-Gemeinschaft »Kraft durch Freude« verhindert habe.
Liessem: »Da bin ich zu dem Robert Ley gefahren und habe gesagt: Herr Reichsorganisationsleiter, ich bin Kölner von Geblüt und bleibe es, und der Kölner Karneval ist nie politisch gewesen und wird nie zu politisieren sein ...' Da hat der Ley schließlich zu seinen Leuten gesagt: 'Nach dem, was ich von Herrn Liessem gehört habe, interessiert mich dat lanze schon gar nicht mehr, die Kölner scheinen eigenartige Leute zu sein!'«
DER RHEINISCHE KARNEVAL beginnt am 11. 11. und dauert bis zum Aschermittwoch. Er soll auf heidnische Bräuche zurückgehen, die sich mit dem Austreiben des Winters« und mit der Fastenzeit verbinden. »Die zeitliche Festlegung dieser Feiern«, heißt es in der vom »Festausschuß Kölner Karneval« herausgegebenen Schrift »Kölner Fastnachtsspiegel«, »erfolgte mit der Christianisierung ... Es lag im Wesen des Menschen und der Dinge, die Tage vor dieser Zeit der Buße und der Abtötung noch einmal zu verstärktem Sinnengenuß auszunutzen und sich einem Höchstmaß der Fröhlichkeit hinzugeben, wie dies in ähnlicher Weise auch bei den Fasten im Islam üblich ist ... In Köln ist der Name des Festes ausgesprochen christlich bestimmt als Fastelovend, das heißt Fastabend.« Anfang der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts rief der damalige Kölner Bürgermeister von Wittgenstein die Bürgerschaft zusammen und gründete das festordnende Komitee der Kölner Karnevals«, um den alten Brauch »aus den Niederungen, in die er, weil ohne Führung, abgeglitten war, herauszuholen und für die Nachwelt in besserer und geläuterter Form zu erhalten«. Nach den 1823 verkündeten Reformplänen wird der Kölner Karneval noch heute gefeiert.
DER BERLINER KABARETTIST Wolfgang Neuss, 33 Jahre alt, stammt aus Breslau. Durch seine Auftritte im Berliner Kabarett »Die Stachelschweine wurde er als »Mann mit der Pauks« bekannt, der die Figur des verbohrten Nationalisten symbolisiert und seine Äußerungen zum Weltgeschehen mit Paukenschlägen begleitet.