Tim Lobinger, 50 – Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Tim Lobinger, 50

• aus DER SPIEGEL 8/2023
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Sven Simon / Sven Simon Fotoagentur

Im Sportlerleben von Tim Lobinger ging es um Zentimeter. Noch ein wenig höher springen, die Latte noch eins rauf­legen. Der Stabhochspringer, zu seiner aktiven Zeit 1,93 Meter groß, 85 Kilogramm schwer, ein Kraftpaket, gewann insgesamt drei Medaillen bei Freiluft-Europameisterschaften. 1997 übersprang er als erster deutscher Stabhochspringer im Freien die Sechs-Meter-Marke. Lobinger wurde zu einem Aushängeschild der deutschen Leichtathletik und blieb dem Sport viele Jahre als Athletik- und Fitnesstrainer verbunden. Doch einige Zeit nach der aktiven Laufbahn ging es in seinem Leben nicht mehr um Zentimeter. Jetzt ging es um Zeit: Jedes Jahr, das er durchhalte, bringe ihn einer Therapie näher, die ihn vom Krebs heilen könne, sagte er einmal. Im März 2017 war bei Lobinger Blutkrebs diagnostiziert worden. Und jeder weitere Tag mit seiner Familie sei den Kampf wert, sagte er. Nach Chemotherapien, Stammzellspenden, zwischenzeitlichen Rückfällen und einem kurzzeitigen Leberversagen im Sommer 2018 galt er wieder als gesund. »Verlieren ist keine Option« heißt das Buch, das Lobinger im selben Jahr veröffentlicht hat. Vier Jahre später gab er bekannt, dass der Krebs zurückgekehrt sei. »Heilung wird es für mich nicht mehr geben. Mein Krebs ist zu aggressiv«, sagte Lobinger im vergangenen Oktober. Auch diesmal habe er nicht verloren, teilte seine Familie nun in einer Erklärung mit, »sondern auf seine Weise gewonnen«. Tim Lobinger starb am 16. Februar in München.

jan
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