Tödlicher Verdacht - DER SPIEGEL
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SAMMLER Tödlicher Verdacht

• aus DER SPIEGEL 3/2002
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Auch nach dem Tod des Arztes und Kunstsammlers Gustav Rau geht das Gerangel um seine Person weiter. Am 3. Januar war der 79 Jahre alte Rau in einem Krankenhaus nahe Stuttgart verstorben. Einen Tag später äußerte ein Anwalt bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart den Verdacht, Rau sei keines natürlichen Todes gestorben. Es seien »Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Tod« behauptet worden, sagt der Stuttgarter Oberstaatsanwalt Eckart Jäger. Der betreffende Anwalt sei jedoch »einem der vielen Interessenskreise« um Rau zuzuordnen. Angeblich habe jemand aus Raus direktem Umfeld verhindern wollen, dass dessen geistige Verfassung ein weiteres Mal geprüft werde. Weil ein Anfangsverdacht vorgelegen habe, so Jäger, ermittle auch die Kriminalpolizei. Die Leiche sei sofort beschlagnahmt und obduziert worden. Es spreche inzwischen aber vieles dafür, dass der gesundheitlich angeschlagene Rau eines natürlichen Todes gestorben sei. Daher würden die Ermittlungen wohl eingestellt. Rau war jahrelang Protagonist und Opfer eines unschönen Gezerres. Diverse Anwälte und Institutionen stritten um seinen Geisteszustand, vor allem aber um den Verbleib seiner wertvollen Sammlung (SPIEGEL 20/2001). Rau hatte lange in Afrika gelebt und dort eine Krankenstation aufgebaut. Sein riesiger Kunstbesitz, darunter Werke von Monet und Klimt, lagerte in der Schweiz. Rau wollte diese Schätze ursprünglich in eine seiner Stiftungen in Liechtenstein einbringen, vermachte aber einen Großteil dem Hilfswerk Unicef. Die jetzigen Mutmaßungen werden aus Schweizer Quellen genährt. Damit sollen Raus Vertraute in Misskredit gebracht werden - die stets betonten, Rau habe bei klarem Verstand entschieden, dass er seine Bilder aus der Schweiz abziehen wolle.

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