FILM Träumt weiter
Mercenario -- der Gefürchtete (Italien, Farbe). Er hat den Italo-Western-Helden Django erfunden und -- »Leichen pflastern seinen Weg« -- die härteste Variante des Genres gefilmt: das »Modell einer faschistischen Gesellschaft« ("Süddeutsche Zeitung"), in der das Böse siegt, vom Gesetz gedeckt. Diesmal ist Regisseur Sergio Corbucci entspannt und ironisch:
Er läßt den blonden Gringo Kowalski (Franco Nero) mitten im Aufstand mexikanischer Silberbergwerker (1910) mit dem Wasser aus den Feldflaschen durstender Revolutionäre duschen, und die Revolutionsideologie erläutert der Söldner auf recht anschauliche Weise: »Die Reichen sind der Kopf, die Armen der Arsch, der Rücken ist der Mittelstand.«
Doch aus dem Wirbel der Witzworte« aus dem rabiaten Schwung vieler vital arrangierter Schaukämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen geht wiederum eine edelmütige Schlüsselfigur hervor: Der Mexikaner Paco hat »einen Traum« zu verwirklichen; aber ohne den auf tippigen Gewinn bedachten Partner Kowalski ("Idealisten sind Dünger der Friedhöfe"), der ihn aus jeder brenzligen Situation herausschießt, kann er weder siegen noch überleben.
Für Regisseur Corbucci ist das Anlaß genug, seinen perfekt inszenierten Film mit einer resignierten Botschaft an alle Revolutionäre dieser Erde zu beschließen: »Träumt weiter, aber träumt mit offenen Augen.«