Zwickauer Terrorzelle ARD verfilmt Geschichte der NSU
Terrortrio: Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt 2004 in einem Wohnwagen
Foto:REUTERS/ Bundeskriminalamt
Berlin/Hamburg - Das späte Bekanntwerden der rechtsextremen Terrorgruppe NSU im November 2011, die ihr zugeordnete Mordserie an Migranten und das offensichtliche Versagen der Verfassungsorgane bestürzte in den vergangenen Jahren ganz Deutschland.
Nun lässt die ARD die spektakuläre Geschichte der NSU vom früheren SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust und der Produzentin Gabriela Sperl verfilmen. Ein Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "FAZ". Demnach planen Aust und Sperl eine Trilogie mit drei verschiedenen Regisseuren und drei verschiedenen Autoren. Die Episoden sollen die Geschichte der Terrorzelle aus unterschiedlicher Perspektive erzählen - der der Täter, der der Opfer und der der Ermittler.
"Das ist einer der interessantesten Fälle der jüngeren Gegenwart", sagte Aust der "FAZ". Er halte ihn in seiner Dimension mit der Geschichte der RAF für vergleichbar. "Er macht Bruchstellen in unserer Gesellschaft deutlich, über die man jahrelang hinweggesehen hat."
Wer soll Zschäpe spielen?
Um diese Bruchstellen geht es auch Gabriela Sperl. Mit diesem auf den ersten Blick kaum zu überschauenden Projekt wolle sie die Menschen emotional erreichen und dazu bringen, die Bedeutung dieses Geschehens wahrzunehmen, sagte sie der Zeitung. Sie sollen erkennen, "dass unsere Gesellschaft einen dunklen, braunen Fleck hat, den viele, nicht nur die Politik, lieber verdecken möchten." Wer die Rollen von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und der weiteren Beteiligten spielen soll, stehe noch nicht fest.
Dem "Nationalsozialistischen Untergrund" werden zwischen den Jahren 2000 und 2007 unter anderem zehn Morde zur Last gelegt. Zwei der Hauptverdächtigen, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, nahmen sich 2011 das Leben. Der Prozess gegen Beate Zschäpe dauert noch an.