Casting-Juror Thomas D. Einfach mal "Mist" sagen
Thomas D.: "Wenn etwas Mist ist, dann muss dazu auch 'Mist' gesagt werden"
Foto: PETER KLAUNZER/ ASSOCIATED PRESSZumindest in Sachen Großmäuligkeit steht er seinem Vorgänger in nichts nach: Nachdem vor zwei Jahren Stefan Raab mit dem ProSieben-Format "Unser Star für Oslo" dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest neues Leben eingehaucht hat, übernimmt nun Thomas D. als Jurypräsident die Veranstaltung - und mit der hat er nach eigenen Angaben Großes vor. Dem SPIEGEL sagte er, er wolle "mit dem Sieger ein Album machen, das sich abhebt von den sonstigen 08/15- Alben von Castingshow-Gewinnern. Ich will etwas präsentieren, das die Bezeichnung Kunst verdient".
Der Rapper, der sonst mit dem HipHop-Quartett Die Fantastischen Vier unterwegs ist, kritisierte die Castingshows "Deutschland sucht den Superstar" und "The Voice of Germany". "Mich nerven diese Überzeichnungen, wenn etwa in diesen Shows genau ein Zuschauer genau im richtigen Moment aufspringt. Das ist ja erst im Nachhinein so komponiert."
Er aber wolle zeigen, wie man es richtig mache und seriös bleibe. "Wir sind live und können schon deshalb nicht in der Nachbearbeitung überdramatisieren." Zumindest seine Kritik an "The Voice of Germany", dem TV-Überraschungserfolg 2012, hat es in sich: Schließlich läuft die Sendung bei ProSieben, wo ab dem 12. Januar auch "Unser Star für Baku" zu sehen ist, und die "Voice"-Richter Xavier Naidoo und Rae Garvey stehen immerhin für einen ehrenwerteren Umgang mit den Pop-Einsteigern als andere Casting-Juroren.
Wobei auch Thomas D. ein fairer Umgang mit seinen Kandidaten am Herzen liegt. Als Jurypräsident sei er "sicherlich nicht wie Dieter Bohlen", sagte er dem SPIEGEL. Ihm missfalle "dieser menschenverachtende Gestus". Andererseits sei es auch nicht sehr glaubwürdig, alles immer nur toll zu finden. "Wenn etwas Mist ist, dann muss dazu auch 'Mist' gesagt werden."