Das Deutsche Fernsehballett: Zukunft scheint gesichert - DER SPIEGEL
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Das Deutsche Fernsehballett: Mehr als 50 Jahre Beine hoch

Foto: Wolfgang Thieme/ dpa

Deutsches Fernsehballett Und es tanzt doch!

Diktatoren-Gastspiele, fragile Engagements, ausbleibende Aufträge: Immer wieder stand das Deutsche Fernsehballett vor dem Aus. Jetzt soll der Fortbestand gesichert sein. Vorerst zumindest.
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Einfach hatte es das Deutsche Fernsehballett noch nie. Immer wieder drohte die Abwicklung. 1962 im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks der DDR gegründet, stand es nach dem Ende des sozialistischen Staates kurz vor dem Aus. 1992 übernahm es der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR).

2011 dann die Katastrophe: Die Tänzer warfen bei der Geburtstagsfeier des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow die Beine hoch, das Medienecho war verheerend - der Geschäftsführer wurde abgemahnt. Kurz danach trennte sich der MDR von ihrem 90-Prozent-Anteil, den der Sender zuletzt über seine Tochter Drefa Media Holding gehalten hatte.

Käufer war der Berliner Fernsehproduzent Peter Wolf ("Willkommen bei Carmen Nebel"). Doch auch unter seiner Regie geriet das Ballett ins Schlingern. 2013 mangelte es an Engagements. Wolf verklagte den MDR auf Schadensersatz von 1,1 Millionen Euro, angeblich waren Aufträge abgesagt worden. Schon wieder drohte die Schließung.

Nun gibt Manager Wolf Entwarnung: "Es gibt Tourneen mit David Garrett, Beatrice Egli und Carmen Nebel sowie Auftritte im ZDF", sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur - um sogleich auf die weiterhin unstabile Zukunft hinzuweisen: "Das große Fragezeichen ist immer noch 2017."

Wieder einmal hat Wolf den MDR im Blick, der sich seiner Meinung nach nicht genug um das Ensemble kümmert: "Ein Fernsehballett ohne Auftritt im Fernsehen macht doch keinen Sinn."

Peter Dreckmann, Programmchef Unterhaltung beim MDR, entgegnet auf die Vorwürfe: "Wir haben dem Deutschen Fernsehballett für das kommende Jahr die beiden größten Shows im MDR-Fernsehen angeboten. Über weitere Auftrittsmöglichkeiten denken wir nach." Leicht pikiert ergänzt er: "Sollte es diese geben, reden wir darüber sehr gerne mit dem Geschäftsführer des Ensembles. Allerdings führen wir solche Gespräche dann doch lieber am Verhandlungstisch und nicht in der Öffentlichkeit."

Der Fortbestand des Deutschen Fernsehballett bleibt also eine Zitterpartie. 2017 steht der 55. Geburtstag an - sofern das Ensemble da denn noch existiert.

cbu/dpa