Deutscher Fernsehpreis: Raab räumt ab - DER SPIEGEL
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Deutscher Fernsehpreis: Stars, Sieger, Sensationen

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Deutscher Fernsehpreis Raab räumt ab

Deutschlands TV-Juroren haben geurteilt: Stefan Raab ist der größte Sieger beim Fernsehpreis 2010. Ansonsten gab es die meisten Ehrungen für ARD und ZDF - und einen Zwischenfall mit Annette Frier.
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Köln - Nach seiner Sendung "Unser Star für Oslo" hat Entertainer Stefan Raab bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises zwei Auszeichnungen abgeräumt. Die Show gewann in der Kategorie "Beste Unterhaltung". Raab selbst wurde in der neu geschaffenen Kategorie "Besondere Leistung Unterhaltung" geehrt.

ARD

Der 43-Jährige bescheinigte der Jury bei ihrer Entscheidung "Stil und Geschmack". Mit der Zusammenarbeit zwischen ProSieben und der beim Eurovision Song Contest sei "der eiserne Vorhang zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern" zerrissen worden.

Ebenfalls zwei Auszeichnungen gingen an die Thriller-Serie "Im Angesicht des Verbrechens": Sie wurde als "Bester Mehrteiler" ausgezeichnet; das Schauspiel-Ensemble der Serie gewann in der Kategorie "Besondere Leistung Fiktion". Der vielbeachtete Tatort "Weil sie böse sind" ist zum besten Fernsehfilm des Jahres gekürt worden.

Die Mehrheit der Preise ging an ARD und ZDF

Christoph Bach wurde für die Hauptrolle in "Dutschke" als bester Schauspieler prämiert, als beste Schauspielerin wurde Ulrike Kriener für "Klimawechsel" geehrt, die mit Humor das Thema Wechseljahre beleuchtet - beides ZDF-Produktionen. Mit dem Comedy-Preis für die satirische "heute-show" und "Somalia - Land ohne Gesetz" als beste Reportage gingen zwei weitere Fernsehpreise nach Mainz.

RTL

"Rach, der Restauranttester" und "Rachs Restaurantschule" (RTL) wurde als bestes Dokutainment ausgezeichnet. wurde außerdem für seine Berichterstattung von der Fußball-WM ausgezeichnet.

Die Gewinner des Fernsehpreises

Bester Fernsehfilm "Tatort: Weil sie böse sind" (ARD/hr)
Bester Mehrteiler "Im Angesicht des Verbrechens" (ARD)
Beste Serie "Danni Lowinski" (Sat.1)
Bester Schauspieler Christoph Bach für "Dutschke" (ZDF)
Beste Schauspielerin Ulrike Kriener für "Klimawechsel" (ZDF)
Beste Dokumentation "Aghet-Ein Völkermord" (ARD/NRD)
Beste Reportage "Somalia - Land ohne Gesetz (ZDF)
Beste Information "logo! Die Welt und ich" (Ki.ka/ZDF)
Beste Sportsendung "Die Fußball-WM 2010" (RTL)
Beste Unterhaltung "Unser Star für Oslo" (ARD/NDR/ProSieben)
Beste Comedy "heute-show" (ZDF)
Bestes Dokutainment "Rach der Restauranttester", "Rachs Restaurantschule" (RTL)
Besondere Leistung Fiktion Schauspielerensemble "Im Angesichts des Verbrechens" (ARD)
Besondere Leistung Information Volker Heise und Thomas Kufus für "24h Berlin - Ein Tag im Leben" (rbb/arte)
Besondere Leistung Unterhaltung Stefan Raab als Entertainer des Jahres
Förderpreis Michelle Barthel und Carolyn Genzkow als Darstellerinnen in "Keine Angst" (ARD/WDR)
Publikumspreis "Sturm der Liebe" (ARD)
Ehrenpreis der Stifter Fußball-Nationalmannschaft mit Trainer-/Betreuerstab

Den neu eingeführten Publikumspreis, bei dem die neunköpfige Jury um Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger einmal nicht mitreden durfte, gewann die ARD-Telenovela "Sturm der Liebe". Sie setzte sich gegen die RTL-Dauerserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und die Sat.1-Produktion "Anna und die Liebe" durch.

Sat.1

Eine weitere Auszeichnung erhielt die ARD für die Dokumentation "Aghet - Ein Völkermord". Die Kindernachrichtensendung "logo! Die Welt und ich" (Ki.ka/ZDF) wurde als beste Informationssendung geehrt. "Danni Lowinski" als beste Serie bescherte den einzigen Preis 2010. Durch die Gala führten die ARD-Moderatorin Sandra Maischberger und der RBB-Entertainer Kurt Krömer.

Frier fordert: Den "beleidigten Arsch" hochbekommen

Im Vorhinein hatte es Kritik von Schauspielern und Regisseuren und ihren Verbänden gegeben - weil die Sender die Zahl der Kategorien auf 18 reduziert und dabei unter anderem auf das beste Drehbuch, die beste Kamera und die besten Nebendarsteller verzichtet hatten. Der Bundesverband der deutschen Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) kritisierte, dass diese kreativen Genres nicht mehr vertreten waren. Die Veranstalter argumentierten, dass mit den Hauptpreisen wie bester Film oder Mehrteiler auch alle Teams ausgezeichnet würden.

Das Thema angesprochen wurde von "Danni Lowinski" alias Annette Frier. Sie forderte bei ihrer Ehrung in ihrer kurzen Dankesrede die beteiligten Parteien auf, ihren "beleidigten Arsch" hochzubekommen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen.

Viele fragen sich, ob dies der letzte Fernsehpreis in der alten Form war. Die Stifter - die vier großen Sendersysteme ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL - wollen demnächst mit den Kritikern über die Fortsetzung des Fernsehpreises in neuer Form beraten. Es ist möglich, dass das US-Vorbild Emmy in Deutschland Einzug hält. Nicht die Fernsehsender alleine sollen die Preisträger bestimmen, sondern eine Akademie. Dann könnten auch die Schauspieler-, Musiker- und Regieverbände mitreden. Sie werden sich - so ist der letzte Stand - im November mit den Senderchefs treffen, um über neue Wege zu reden.

Ebenso für Unverständnis hatte unter Schauspielern und Drehbuchautoren die Entscheidung ausgelöst, der Fußballnationalmannschaft den Ehrenpreis der Stifter zu geben. Für die im EM-Qualifikationsstress stehenden Nationalspieler nahm Teammanager Oliver Bierhoff den Preis entgegen.

Jury sieht "Spitzenleistungen"

Bis Ende August hatte die Jury rund 1300 Programmstunden aus dem aktuellen Fernsehjahr gesichtet. Für die Jury hatte das Fernsehjahr "unumstrittene Spitzenleistungen" zu bieten. "Besonders haben wir uns über frische und mutige Formatentwicklungen wie 'Danni Lowinski' oder 'Klimawechsel' gefreut", sagte die Juryvorsitzende Bettina Böttinger.

ZDF

Nominiert waren Formate, die im Zeitraum von September 2009 bis August 2010 ausgestrahlt wurden. Der Deutsche Fernsehpreis wurde 1999 von ARD, RTL, Sat.1 und ins Leben gerufen.

wit/dapd/dpa/AFP