Dschungelcamp, Tag 9: Julian muss gehen - DER SPIEGEL
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Dschungelcamp, Tag 9: Dieser Weg wird kein leichter sein

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Dschungelcamp, Tag 9 Huch, ich habe mein Höschen vergessen

Camper, wollt ihr ewig liegen? Um in der Gunst der Zuschauer zu bleiben, präsentieren die Kandidaten absurde Geschichtchen und viel Busen. Mola ist im Nachteil: Sein Korsett ist leider kaputt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Angesicht des drohenden Rauswurfs und auf der Hatz nach Zuschauerstimmen zeigen die Insassen bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" ihre schönsten Kapriolen. Manche wirken dabei wie bewusste Strategen, andere naiv schnatternd wie Kohlhiesels Töchter. Die interessantesten Verkaufsargumente im Überblick.

Larissa: Zu den vielen bereits bekannten Gründen, weshalb sie naturgemäß ganz unbedingt bis zum Ende im Camp verbleiben muss, gesellte sich heute noch ein weiterer: Larissa wird gebraucht, um das Camp und die Welt mit weiteren Episoden aus der Reihe "Diese Marolts" zu versorgen. "I muss jetzt amal heim", seufzte sie und bat dann das Produktionsteam: "Könnts ihr meine Eltern anrufen und fragen, ob noch alle leben?" Die Fürsorge scheint berechtigt, denn das Hotel, das ihre Familie in Kärnten betreibt, klingt in Larissas Erzählungen wie eine veritable Plemplem-Zentrale und Verschrullten-Herberge.

Endlich gab es außerdem heiß ersehnte Details aus dem Leben des exaltierten Hausburschen Engelbert: Regelmäßig, so Larissa, bette er sich besoffen zu einem kleinen Powernap vor die Haustüre, um hernach erfrischt, doch kaum weniger betrunken seine Kehrarbeiten wieder aufzunehmen. "Das klingt traurig, aber er ist glücklich", so Larissa, und hoffentlich wird das nicht die letzte Episode aus Engelberts Wirken und Werken sein, die sie zum Besten gibt. Arbeitstitel ihrer Suff-Schnurrenreihe: Und täglich grüßt das Dschungelbier.

Gabby: Auch sie erzählte eine Alkoholgeschichte, der allerdings jede volkstümliche Saufseligkeit abgeht: Mit 15 bekam sie ein Kind, mit dessen Vater sie zusamenlebte - und der sie im Rausch verprügelte und vernachlässigte. Sehr leid konnte sie einem tun, wie sie dabei dreinschaute wie ein kleines verzweifeltes Tierchen. Wer ihre Geschichte noch nicht aus ihren diversen anderen Reality-Format-Auftritten kannte, dürfte sein Gabby-Bild generalüberholen müssen.

Mola: Ein paar Verdachtsmomente konnten ausgebuffte Hobbyermittler schon in den vergangenen zwei Tagen in ihr Observationsbüchlein kritzeln: Will Mola vielleicht so schnell wie möglich raus aus dem Camp? Schließlich legte er von Tag zu Tag immer noch eine Schippe Blödigkeit auf sein eh schon dämliches Verhalten obenauf und log, dass sich die Balken bogen, etwa über Larissas Anteil an den von beiden gemeinsam gewonnenen Sternen. Obwohl er doch wissen müsste, dass die Zuschauer zu Hause seine Lügen durchschauen, weil sie die wahren Sachverhalte kennen. Das ist entweder erstens wahnsinnig dumm oder zweitens recht perfide, falls er mit dieser hassenswerten Spakofantenhaftigkeit nur seine frühzeitige Abwahl befördern wollte. Wahrscheinlich aber eher wahnsinnig dumm.

Heute stammelte er sich erneut um Kopf und Kragen und faselte krudes Zeug: "Mein Korsett, das ich für unfehlbar hielt, ist beschädigt worden", sprach er zu Winfried - mit der Zeit erhärtet sich der Verdacht, dass Mola ein dankbares Opfer für durchreisende Esoterikschlawiner und Selbstoptimierungsfredis abgeben könnte. Bei der Schätzfragen-Prüfung, die diesmal Jochen, Marco, Gabby und Melanie absolvieren mussten, gab er sich trotz der gestrigen Pleite schon wieder dickhosig wie eh und je, belämmerte die Prüflinge mit seinem bekannt-verhassten Anfeuerungsdurchfall ("bleibstehnbleibstehnbleibstehn-supersupersuper-gemmagemmagemma!") und verkündete: "Heute war ich sehr motiviert und hätte die Prüfung auch durchgehalten." Schlimmster Verdacht: Er glaubt das selbst.

Melanie: "Mola, bring mir bitte Conditioner!" ist das neue "Huch, ich habe mein Höschen vergessen." Kaum kalkuliert, warf Melanie im Badetümpel alle Stoffchen von sich, hüpfte eilfertig auf und ab, um etwas Wogung in die Zementbrüstung zu bringen, und bestellte Mola mit dem ach so dringlich benötigten Pflegeprodukt ein. Um ihm dann sinnloserweise doch komplett nackend entgegenzuhopsen - obwohl die Blankzieherei schon seinerzeit bei ihrem verheerenden Zuberdate mit dem Bachelor nicht verfing, weil der sie bat, sich doch etwas anzuziehen. Vorsichtshalber legte sie im Vibratorenfachgespräch mit Gabby noch mal "Erotik" nach und empfahl das Modell "Reinsteckefuchs" - Google würde an dieser Stelle fragen: Meinten Sie: "Reinecke Fuchs"? Vermutlich ein akuter Fall von Erdbeerkäse.

Das Camp verlassen musste am Ende Julian, was tatsächlich ein Verlust ist. Er hatte bei seinem Zuschauerplädoyer allerdings gebeten, nicht für ihn anzurufen, ebenso Tanja ("Ein paar Tage im Hotel mit meinem Mann wären das Größte für mich!" - Hallo?) und Mola, der damit womöglich proaktiv der Pein zuvorkommen will, mangels Anrufer aus dem Camp entfernt zu werden. Ein unangenehmer Patron, der sich heute unter Schmerzen eine weitere goldene Larissa-Weisheit anhören durfte: "Wenn ich euch nerve, dann habts ihr keine Nerven. So sieht's aus."

Der Wendler-Song zum Tage: "Jetzt tut es weh", ein Lied für Mola: "Geh oder bleib, das ist mir ganz egal / solang du nur nichts sagst / denn jedes Wort ist eins zu viel."