Musikpreis Echo-Preisverleihung wird 2017 auf Vox ausgestrahlt
Barbara Schöneberger, Moderatorin der Echo-Preisverleihung
Foto: Jens Kalaene/ dpaDie Echo-Preisverleihung wird im nächsten Jahr nicht mehr im Ersten zu sehen sein, sondern bei dem Privatsender Vox. Das teilten der Kölner Privatsender und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Montag mit. Die 26. Gala ist für den 6. April in Berlin geplant.
ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber gab inhaltliche Gründe dafür an, warum das Erste die Preisverleihung nicht mehr überträgt. Der Echo sei bei seinem 25. Geburtstag im April "erschöpft und müde" gewesen, sagte er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Er fügte hinzu: "Wenn Musiker, für die der Preis vergeben wird, sich mehr Zuspruch davon versprechen, dass sie auf der Bühne ihren Preis dissen und schlecht machen, wie kann der Zuschauer zu Hause Spaß daran haben?".
Die Einschaltquoten waren zuletzt nicht überragend: Die Gala im April sahen weniger als 3,5 Millionen Zuschauer, bei der Kritik kam die Show ebenfalls sehr schlecht weg.
Von Müdigkeit will BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke allerdings nichts wissen. "Wir blicken zurück auf großartige 25 Jahre mit beeindruckenden Künstlern, emotionalen Show-Highlights und vielen bleibenden Fan-Momenten", sagt er in einer Pressemitteilung.
Jetzt werde an einer Neuausrichtung gearbeitet. Sie werde sowohl den Aufbau der Sendung als auch die Rolle der Jury betreffen und darüber hinaus eine inhaltliche Überarbeitung der Regularien einschließen.
Der Echo wird seit 1992 von der Deutschen Phono-Akademie verliehen. Der Musikpreis orientiert sich allein an Verkäufen und Chartsplatzierungen, eine inhaltliche Wertung der ausgezeichneten Musik findet nicht statt.