Hape Kerkeling über Loriot: "Heimlicher Bundespräsident" - DER SPIEGEL
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Gedenken an Loriot: Komiker und Preuße

Foto: Frank Mächler/ picture-alliance/ dpa

Hape Kerkeling über Loriot "Heimlicher Bundespräsident"

Hätte Loriot die Deutschen als Bundespräsident repräsentieren können? Ganz bestimmt, glaubt TV-Entertainer Hape Kerkeling und hält im SPIEGEL eine Lobrede auf den "edlen Preußen". Loriot-Bewunderer Olli Dittrich erzählt, wie der Humorgroßmeister beinahe im "Dittsche"-Imbiss vorbeigekommen wäre.
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Htte Loriot als Bundespräsident zur Wahl gestanden, er wäre im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt worden. Da ist sich Komiker Hape Kerkeling ganz sicher. "Für unsere Nation war er so etwas wie ein heimlicher Bundespräsident", schreibt der TV-Entertainer in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL. Kerkeling lobt darin den "liebenswürdigen, menschenfreundlichen, klugen, gebildeten und edlen Preußen" Loriot. Direkt nach der Todesnachricht habe er sich seinen Loriot-Lieblingssketch angesehen - die berühmte "Zimmerverwüstung". Kerkeling: "Selbst an seinem Todestag musste ich laut und herzhaft darüber lachen. Das Bild hängt schief! Kein anderer Sketch beschreibt uns Deutsche besser. Er ist eine Zustandsbeschreibung dieser unserer Bundesrepublik."

In einer Hommage auf SPIEGEL ONLINE hatte sich zuvor schon "Stromberg"-Erfinder Ralf Husmann als Anhänger des Sprachkünstlers geoutet: Größer als Goethe sei der gewesen.

Im SPIEGEL meldet sich nun ein weiterer großer Loriot-"Schüler", Olli Dittrich, erstmals zu Wort: "Ich habe Loriots Genauigkeit bewundert. Diese Aufrichtigkeit, mit der er uns Dinge näherbrachte und dabei immer den richtigen Ton traf. Einerseits hat er in jeder Ära den jeweiligen Zeitgeist klug repräsentiert, andererseits eine große Allgemeingültigkeit erreicht in allem, was er tat", so Dittrich. Noch zu seinem 85. Geburtstag hatte Loriot einen Gastauftritt in Dittrichs "Dittsche"-Imbiss geplant. Als sich das Projekt allerdings ARD-intern immer weiter auswuchs, habe er sich mit Loriot darauf geeinigt: "Wir lassen es bleiben."

Die Familie des am Montag verstorbenen Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot plant eine öffentliche Trauerfeier, allerdings erst nach der Beisetzung, die im kleinsten Kreis stattfinden soll. Der Zürcher Diogenes Verlag, Loriots jahrzehntelange Verlagsheimat, will das Erscheinen eines Bands mit Loriot-Interviews aus Anlass des Todes vorziehen. Das Buch soll statt im November nun bereits Mitte September auf den Markt kommen.

cbu