Claire Danes als Carrie Mathison in "Homeland": Wie geht es ohne Brody weiter?
Foto: 20th Century Fox Home EntertainmentMenschenmassen schreien und stürmen wütend auf ein Gebäude zu. Es gibt Explosionen und Leichen, und CIA-Agentin Carrie Mathison trifft sich in Pakistan mit einem Informanten, der ihr ein Geheimnis anvertrauen will. Der US-Sender Showtime verrät im neuen Trailer zur vierten Staffel von "Homeland", wie es weitergehen wird.
Vorsicht: Spoiler. Lesen Sie nicht weiter, wenn Sie das Ende der dritten Staffel noch nicht gesehen haben.
Er kommt da wieder raus. Irgendwie wird er sich doch befreien können. Brody (Damian Lewis) wird nicht sterben. So dachten und hofften die Zuschauer, als sie die letzte Episode der dritten Staffel von "Homeland" sahen. Doch Nicholas Brody, der Kriegsheimkehrer und mögliche Terrorist, starb. Ein wichtiger Schritt, damit die US-Serie weitergehen konnte, ohne unglaubwürdig zu werden. Es hatte zuvor schon fast zu viele Möglichkeiten gegeben, ihn sterben zu lassen: Er wurde gefoltert, angeschossen, unter Drogen gesetzt. Brodys Tod, er war längst überfällig geworden.
Am 5. Oktober startet in den USA nun also die vierte Staffel ohne Damien Lewis, und Drehbuchautor Alex Gansa hat laut "Guardian" versprochen, die erste Folge solle werden wie ein Pilotfilm.
Der Trailer verrät zumindest schon einmal eins: Carrie lebt trotz ihres Sohnes, den sie mit Brody hat, noch immer nur für eine Sache - für ihre Arbeit als Geheimagentin. Das Kind erscheint zwar kurz, es ist aber nur auf einem Foto auf Carries Nachttisch zu sehen. Sie schluckt weiter Alkohol und Tabletten. Alles so wie immer also.
Mit dem Konzept der psychisch-angeknacksten und zarten Carrie Mathison fahren die Produzenten gut: Wiederholt wurde die Serie für den Emmy nominiert, wiederholt hat die Show ihn auch gewonnen, den wohl wichtigsten TV-Preis der Welt. Claire Danes kann in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge auf die Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie hoffen. Mandy Patinkin als Carries Chef Saul Berenson ist für den Preis des besten Nebendarstellers nominiert.
Ohne Damian Lewis als Brody verliert die Serie allerdings erst einmal das, was sie groß gemacht hat: die brutale Liebesbeziehung von Carrie und dem Kriegsheimkehrer und möglichen Terroristen Brody. Rupert Friend als Kollege Peter Quinn kann diese Lücke nicht füllen. Der kühle und smarte Agent, der sich um Mathison so sehr sorgt, wie er sich mit ihr streitet. "What the hell is wrong with you", ruft er ihr in einer Trailerszene zu. "What's wrong with you?", setzt sie nach. "Was ist nur los mit Dir?"
Obwohl auch bei Quinn Potenzial für den begehrenswerten Antagonisten besteht: Bei ihm weiß man wie bei Brody nie so genau, auf welcher Seite er steht und ob er sich nicht irgendwann einmal als Maulwurf entpuppen könnte - zumal er kaltblütig Leute erschießen kann und auch keine Skrupel hat, die Waffe auf Carrie zu richten und abzudrücken, wenn es seine Vorgesetzten so wollen.
Carrie macht indes auch wieder im Trailer klar, wo sie steht. Auf ihrer eigenen Seite. Sie lässt sich von niemanden reinreden, zieht die Dinge auf ihre Weise durch und raunzt alle an, die ihr in die Quere kommen, seien es Leute vom Geheimdienst oder ranghohe Angehörige des Militärs. "Get the fuck out of my face", sagt sie etwa zu einem Lieutenant. "Verschwinden Sie, verdammt nochmal."
Saul Berenson steht derweil wieder wie ein Übervater hinter Mathison, weil er weiß, dass er sie ohnehin nicht aufhalten kann. "Happy hunting", sagt er zu ihr. "Fröhliches Jagen."