"Großstadtrevier"-Schauspieler Jan Fedder ist tot
Jan Fedder spielte im Großstadtrevier den Polizisten Dirk Matthies
Foto: Fabian Bimmer/ DPADer Schauspieler Jan Fedder ist am Montagabend gestorben. Das bestätigte die Hamburger Polizei dem SPIEGEL. Er wurde 64 Jahre alt. Die Polizei sei in Fedders Wohnung vor Ort gewesen, dabei habe es sich aber um einen routinemäßigen Einsatz gehandelt.
Die Todesursache ist noch unklar. Die "Bild" , die den Todesfall zuerst gemeldet hatte, berichtet, Fedder sei an Krebs gestorben. In der Vergangenheit litt Fedder unter anderem an einer Vorstufe von Gaumenkrebs sowie einem Mundhöhlen-Karzinom. 2018 erzählte er in der Fernsehsendung "Reinhold Beckmann trifft...", ein Teil der Zunge sei entfernt worden. "Es war wohl das 14. Mal, dass ich ans Tor oben geklopft habe. Aber der liebe Gott hat gesagt, er will mich noch nicht", so Fedder damals.
Seit einiger Zeit war Fedder aber auf einen Rollstuhl angewiesen, wie er der "Bild am Sonntag" im vergangenen Sommer in einem Interview erzählte.
Fedder, der Volksschauspieler
Fedder wurde 1955 in Hamburg geboren und wuchs in St. Pauli auf, sein Vater besaß eine Kneipe. Fedder galt als Volksschauspieler - und das "mit Fug und Recht", wie er einmal selbst sagte.
Zum Tod von Jan Fedder: Er ist nicht mehr hier, in seinem "Großstadtrevier"
In einer größeren Produktion spielte Fedder erstmals 1981 mit, als er den Bootsmaat Pilgrim im Film "Das Boot" verkörperte. Bekannt war Fedder aber vor allem als Polizist Dirk Matthies aus der ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier". Ab 1992 spielte er dort den kernigen Kommissar.
Ausflüge ins Kino unternahm Fedder selten, das Fernsehen wurde zu seinem Metier. In mehr als 400 Produktionen spielte er mit und machte mit unverwechselbarer Stimme und Akzent norddeutsche Charaktere zu seinem Markenzeichen. Die NDR-Serie "Neues aus Büttenwarder" mit Fedder als Bauer Brakelmann und Peter Heinrich Brix als dessen Kumpel "Adsche" wurde vor allem im Norden Kult.
Im Jahr 2000 zeichnete die Hamburger Polizei Fedder als Ehrenkommissar aus. 2006 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler für seine Darstellung im Film "Der Mann im Strom". Der NDR verlieh ihm 2008 den Preis als Beliebtester Schauspieler des Nordens.