Netflix, Amazon Prime, Disney+: Neue Serien und Filme im Januar 2025 – was sich lohnt - DER SPIEGEL
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Streamingfahrplan Welche Serien und Filme im Januar kommen – und was sich jetzt schon lohnt

Wieder Blut bei »Squid Game«, neue Knete bei »Wallace und Gromit« und Warten auf »Queer«: Was diesen Monat anläuft und welche Klassiker einen zweiten Blick verdient haben.
Schauspieler Craig in »Queer«
Schauspieler Craig in »Queer«

Schauspieler Craig in »Queer«

Foto: Yannis Drakoulidis / MUBI

Kinoerfolge, die endlich im Netz zu sehen sind, TV-Klassiker, die eine neue Staffel bekommen: Jeden Monat fassen wir zusammen, welche Serien und Filme neu bei Netflix und Co. sowie in den Mediatheken zu sehen sind. Der Streamingfahrplan.

Was sich aktuell lohnt (und was nicht)

Sie dachten, Sie waren im Stress zwischen Feiertagen und Neujahr? Fragen Sie mal Helen Webb (Keira Knightley). Nicht nur ist sie Mutter von Zwillingen, Frau des Verteidigungsministers und Affäre eines inzwischen toten Lovers – sie ist auch eine Spionin und Killerin. Die neue Netflixserie »Black Doves« versucht das Beste von allem in eine bunte Tüte zu packen: Thriller, Action, Comedy, Romantik – und letztlich eine Geschichte über Freundschaft. Nicht tief, aber gut bekömmlich – und die »Frankfurter Allgemeine« legt Knightley schon eine Bewerbung als nächste 007 nahe.

Nicht minder blutig wird es in der Arena von »Squid Game«, die am 26. Dezember die Tore ein zweites Mal für koreanische Kapitalismuskritik öffnete. Trotz des Blutbads, das sich in den letzten beiden Folgen entfaltet und das man so im Fernsehen bisher noch nicht gesehen hat, bleibe »Squid Game« jedoch eine sentimentale Serie, schreibt SPIEGEL-Redakteur Oliver Kaever über die Fortsetzung der Netflixserie. Weder geht es hier um reine Erfolgsausschlachtung, noch um die primitive Inszenierung von Gewalt: Auch die neuen Folgen sind eine Kapitalismuskritik. Sie »fragen nach der Rolle des Einzelnen darin und nach seinem Willen, dem Spiel ein Ende zu setzen«, schreibt Kaever. Seine ganze Rezension lesen Sie hier .

Was seit Dezember läuft

Weniger Blut und mehr Wald wartet in der Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers »Ronja Räubertochter«, Astrid Lindgrens letztem Roman. Es blitzt und donnert und die Harpyien kreischen, wenn Ronja erneut geboren wird, diesmal in der ARD, 40 Jahre nach der erfolgreichen Verfilmung von Tage Danielsson. Düsterer und ernster weht der Wind durch die sechs Folgen. Für Grundschulkinder ist das zu gefährlich. Graugnome und Wilddruden sind noch Furcht einflößender, die Naturaufnahmen noch gewaltiger. Im Mattiswald trifft diesmal Nostalgie auf Neuerfindung. Wer denkt, es gebe der alten Verfilmung nichts hinzuzufügen, hat sich geirrt.

Was im Januar anläuft – die Übersicht

Die Startdaten können sich kurzfristig ändern, häufig kommen Ankündigungen der Streaminganbieter in letzter Sekunde dazu. Wir versuchen, die Übersicht aktuell zu halten, können jedoch keine Vollständigkeit garantieren.

Worauf wir uns im Januar freuen

Ins All(tbekannte) geht es 2025 bei Paramount+. Hier stellt sich Michelle Yeoh als Imperatorin Philippa Georgiou Vergehen aus der Vergangenheit, am 24. Januar startet »Section 31« im Stream. Schon vorher, am 3. Januar, gibt es ein weiteres Wiedersehen: Denn die Knetfiguren Wallace und Gromit kehren zurück. Nach fast 20 Jahren ist ein neuer Spielfilm mit dem Figurenpaar bei Netflix zu sehen: »Vergeltung mit Flügeln«. »Endlich!« schreibt SPIEGEL-Redakteur Oliver Kaever. Er hat das englische Studio besucht, wo sich Menschen unverdrossen durch jeden digitalen Umbruch der Filmbranche kneten. Seinen Bericht lesen Sie hier .

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Das Großartige an den Knetfiguren: Hier geht es nicht um Perfektion. Ganz anders als im Leben von Bryan Johnson. Der Silicon-Valley-Millionär  kämpft mit Hightech gegen den Alterungsprozess und hat jeden Millimeter seines Lebens durchgeplant. Er steht täglich um 4.30 Uhr auf, isst das letzte Mal um 11 Uhr und schluckt 100 Tabletten. In »Don’t Die: The Man Who Wants to Live Forever« gibt Regisseur Chris Smith (»Fyre«) Einblicke in diesen bizarren Alltag. Ab 1. Januar ist die Dokumentation bei Netflix zu sehen.

Etwas später findet ein weiterer großer Name seinen Weg zurück in die Streaming-Mediatheken: Sebastian Fitzek, einer der erfolgreichsten Schriftsteller des Landes. Nachdem sich Prime Video zuletzt sein Buch »Die Therapie« als Miniserie  vorknöpfte, soll nun »Der Heimweg« für Quoten sorgen. Elf Wochen in Folge stand das Buch an der Spitze der deutschen Bestsellerlisten. Der berühmten Vorlage werden mit Sabin Tambrea (»Ku’damm 56«) und Luise Heyer (»Der Junge muss an die frische Luft«) zwei bekannte Gesichter der deutschen TV-Welt an die Seite gestellt. Ab 16. Januar ist »Der Heimweg« bei Prime Video zu sehen.

Während Sebastian Fitzek deutsche Krimifans glücklich macht, begeistert Koreeda Hirokazu schon seit einigen Jahren Fans des japanischen Arthouse-Kinos. Sein Steckenpferd: der sanfte Blick auf Familien. 2018 gewann er mit dem hinreißenden Familiendrama »Shoplifters« die Goldene Palme in Cannes. Vergangenes Jahr erschien »Die Unschuld«, ein Sozialthriller über Freundschaft. Für Netflix hat Koreeda nun »Asura« neu aufgelegt, Romanadaption und Remake einer erfolgreichen japanischen Dramaserie aus den Siebzigern. Vier Schwestern versuchen darin, die Affäre ihres Vaters geheim zu halten. Nicht zuletzt dank Koreedas Feingefühl dürfte sich das lohnen.

Streamingtipp aus dem Archiv

Im Kino steuern wir bereits auf die Awardsaison zu – und da dürfte kaum ein Film so hohe Erwartungen wecken wie »Queer«. Nicht nur führte Luca Guadagnino Regie, dem mit »Challengers«  einer der größten Kino-Aufschläge im vergangenen Jahr gelang. Als homosexuelle Schriftstellerlegende William S. Burroughs lässt Hauptdarsteller Daniel Craig auch sein James-Bond-Image hinter sich.

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Um nicht unvorbereitet ins Kino zu gehen, bietet sich Guadagninos bisheriges Werk an: »Call Me By Your Name« etwa, die Liebesgeschichte, die Timothée Chalamet  groß machte. Aktuell ist sie bei Joyn, MagentaTV oder Netflix zu sehen. Guadagninos Horrorfilm »Suspiria« ist bei Prime Video abrufbar, seine Kannibalismusromanze »Bones and All« gegen Bezahlung bei Amazon oder Apple.

Wer etwas härter gesotten ist und näher an Werk und Leben von William S. Burrroughs bleiben möchte, kann sich David Cronenbergs Version von »Naked Lunch« stellen. Der surrealistische Body-Horrorfilm verwischt die Grenze zwischen Drogentrip, Wahnsinn und Realität und sorgte bei seinem Erscheinen 1991 neben Ekel und Verwirrung auch für Begeisterung. Er ist auf verschiedenen Prime-Video-Channels zu sehen.