Neue Pocher-Show: Schmidt muss draußen bleiben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neue Pocher-Show Schmidt muss draußen bleiben

Er gab für Harald Schmidt den Kasper und löste während seiner Zeit bei den Öffentlich-Rechtlichen mehr als ein Skandälchen aus. Jetzt versucht Oliver Pocher es bei Sat.1 mit einer eigenen Late-Night-Show - und hat schon mal klargestellt: Seinen Ex-Kompagnon Schmidt will er in seiner Sendung nicht sehen.
Oliver Pocher macht's lieber allein: Seine neue Late-Night-Show startet am Freitag
Oliver Pocher macht's lieber allein: Seine neue Late-Night-Show startet am Freitag

Oliver Pocher macht's lieber allein: Seine neue Late-Night-Show startet am Freitag

Foto: dapd
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Köln - Was sollte man auch anderes erwarten? Vergangene Woche schleckte Harald Schmidt in seiner neuen ARD-Show Brause aus dem Bauchnabel von Oliver Pochers Ex-Freundin Monica Ivancan - und jetzt äußert sich Pocher auf eine Art über den ehemaligen Kompagnon, die man für eine Retourkutsche im launigen Schlagabtausch der beiden ehemaligen Late-Night-Partner halten könnte: "Warum sollte ich?", entgegnete der Entertainer am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf die Frage, ob er Schmidt mal in seine neue Show einladen werde. "Ich will mir ja nicht die Quote kaputtmachen!"

Abgesehen davon will Pocher aber keinen Gast kategorisch ausschließen. Am kommenden Freitag startet bei Sat.1 "Die Oliver Pocher Show", das eigentliche Comeback Pochers beim Privatfernsehen nach zahlreichen einzelnen Sendungen in den vergangenen Monaten. Und dann gleich als wöchentlicher Late-Night-Talk, einer Paradeform des Fernsehens, an der sich der Sender seit dem Abgang von Harald Schmidt die Zähne ausgebissen hat.

Gäste der ersten Ausgabe, so erzählte Pocher bei der Pressekonferenz in Köln, sind die Popsängerin Shakira und der Sat.1-Neuzugang Johannes B. Kerner. Außerdem wird es in den zunächst 33 geplanten Ausgaben Einspieler geben, zum Beispiel vom Münchner Oktoberfest, sowie jede Woche eine Mutprobe, die Pocher bestehen muss.

"Kultur, sehr, sehr viel Kultur"

Zwar scheint der 31-Jährige es der ARD noch immer nachzutragen, dass und vor allem auf welche Weise die gemeinsame Sendung "Schmidt & Pocher" in diesem Jahr beendet wurde. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt habe ihm die Arbeit Spaß gemacht, so Pocher. "Dann hieß es irgendwann, dass ich Talent habe, aber mehr ist es nicht." Die Arbeitsteilung sei gewesen: "Ich habe die Sendung kaputtgemacht, und Harald war der Gute."

Dennoch sprach er davon, was für eine große Chance "Schmidt & Pocher" für ihn gewesen sei. Immerhin wurden nach Sat.1-Angaben viele Komponenten des alten Konzepts für die neue Show übernommen. Und obwohl in der Branche immer noch über den Mangel an Chemie zwischen den beiden Moderatoren gelästert wird, merkte Pocher bei der Pressekonferenz zu Recht an, dass die Sendung bei der jungen Zielgruppe durchaus erfolgreich gewesen sei.

Aber Pocher wäre nicht Pocher, hätte er nicht noch einen weiteren ironischen Seitenhieb Richtung Schmidt und ARD auf Lager: "Kultur, sehr, sehr viel Kultur", beschreibt er das Konzept seiner neuen Show. "Also, Leute ohne hohen Bildungsstand werden bei uns nicht mehr durchblicken in der Sendung. ... Boulevardesk werde ich mich komplett verabschieden, das kann ich Ihnen schon jetzt sagen. Ich versuche, die Quote konsequent auf unter eine Million Zuschauer zu drücken."

can/dpa/AP