Sat.1: "Newtopia" wird vorzeitig beendet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Sat.1-Reality-TV-Show "Newtopia" geht vorzeitig vom Sender

"Big Brother in Brandenburg": Im märkischen Sand ließ Sat.1 einen Ideal-Bauernhof aufbauen. Es gab ein paar Skandälchen, die Quoten waren mau. Nun stellt der Sender die Doku-Soap "Newtopia" ein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Am Freitag geht das Siedlerleben in Brandenburg vorzeitig zu Ende: Dann wird Sat.1 die letzte Folge von "Newtopia - Vollkommenes Glück oder totales Chaos?" ausstrahlen. Deutlich früher als ursprünglich geplant. "Das Experiment ist beendet", verkündete Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow am Montagmittag nüchtern in einer Pressemitteilung .

Ab nächsten Montag, dem 27. Juli, zeigt der Privatsender montags bis freitags um 19.00 Uhr stattdessen das Daily-Drama "In Gefahr - ein verhängnisvoller Moment".

Zusammen mit der Produktionsfirma Talpa Germany habe der Sender "viel Sendezeit, Herzblut und Ideen in die Fortsetzung von 'Newtopia' gesteckt", so Paalzow: "Leider ohne den erhofften Erfolg." Die Einschaltquoten, die zum Start der Sendung im Februar 2015 noch bei knapp drei Millionen Zuschauern gelegen hatten, pendelten sich schnell bei Werten um 1,5 Millionen ein, zuletzt lagen sie nur noch knapp über einer Million. An Rainer Langhans als möglichen Quotenretter glaubte man zuletzt wohl nicht mehr.

Fotostrecke

Sat.1-Show "Newtopia": Ich fühl mich so leer, ich fühl mich Brandenburg

Foto: SAT.1

Die Sendung, in der eine Gruppe von Kandidaten, "Pioniere" genannt, auf einem einsamen Landstück über die Dauer von einem Jahr eine eigene Gesellschaftsform entwickeln sollten, war mehrfach von kleinen Skandalen überschattet. So plauderte eine später entlassene Talpa-Mitarbeiterin offenbar aus, dass die Reality-Show zumindest gescriptete Anteile hatte.

In der Fernsehkritik war "Newtopia" von Anfang an nicht wohlgelitten. SPIEGEL-ONLINE-Autor Arno Frank fühlte sich "an Sartre und seine 'Geschlossene Gesellschaft'" erinnert - "Oder eben 'Big Brother' in Brandenburg". 100 Folgen später fand SPIEGEL-ONLINE-Kolumnistin Sibylle Berg die Sendung "unendlich hilflos".

feb/dpa