"Polizeiruf" mit Charly Hübner: Ein Haufen Neurosen
ARD-Sonntagskrimi Der neue "Polizeiruf" im Schnellcheck
Das Szenario:
Der Osten ist rot. Blutrot. Fast gleichzeitig wurden in Rostock und Magdeburg zwei Menschen getötet. Die Mordkommissionen aus Mecklenburg-Vorpommern (Anneke Kim Sarnau als König, Charly Hübner als Bukow) und Sachsen-Anhalt (Claudia Michelsen als Brasch, Sylvester Groth als Drexler) müssen sich zusammenraufen. Vier Egos auf Crashkurs.
Der blutigste Moment:
Der suspendierte Bukow quatscht im Auto mit einem Informanten. Von außen nähert sich eine dunkle Gestalt. Ein Schuss fällt, das Gehirn des Informanten klebt an der Scheibe. Bukow ist die Nacht damit beschäftigt, die Blutlachen im Auto wegzuschrubben.
Der gesellschaftspolitische Auftrag:
In einem waghalsigen Plot wird versucht zu erklären, was die Treuhandverbrechen in den frühen Neunzigerjahren mit den Waffengeschäften der Gegenwart zu tun haben. Leider scheitert der Versuch.
Eine Szene zum Lachen:
Der immer ein bisschen zu aufgeblasene Sidekick Pöschel übernimmt vom suspendierten Bukow den Job und erklärt: "Die Leitung des Falles liegt bei mir, ist also in guten Händen." Dann rüttelt er hilflos an der Balkontür, die er nicht aufbekommt.
Eine Szene zum Träumen:
Katrin König, die Profilerin mit Öko-Touch, verhört einen Verdächtigen, der eine Firma für Nachhaltigkeitsenergie führt. Und während der Mann charmant von Recycling und Upcycling plappert, kriegt die sonst so taffe Tofu-Tussi ganz glänzende Augen. Auf die Frage, wie denn Herr Sowieso gestorben sei, haucht König schließlich wie verliebt: "Ermordet".
Der Plausibilitätsfaktor:
Handlung Flop, Charaktere Top. Der konstruierte Plot wird von den beherzten Kommissardarstellern wieder wettgemacht.
Die Bewertung:
6 von 10 Punkten
Und wenn ich mehr über diesen "Polizeiruf" wissen will?
Dann lesen Sie bitte hier weiter!
"Polizeiruf: Wendemanöver 1", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD (zweiter Teil am Sonntag drauf)