Tag 4 im Dschungel: Larissa quält sich, der Wendler geht
Dschungelcamp, Tag 4 "Ihr seid so homosexuell, das muss aufhören"
Am vierten Tag schuf Gott die Sonne, den Mond und die Sterne. Tags brannte denn auch die Sonne mit satten 41 Grad auf das Camp, nachts trieben monströse Moskitos ihr saugendes Wesen. Apropos saugende Wesen: Larissa Marolt meisterte, aufrichtig gefrustet, in der vierten Folge der Sendung ihre vierte Dschungelprüfung. Und Michael Wendler hat seinen Vertrag erfüllt und - die Termine! - den Dschungel verlassen, was unter den Zurückgebliebenen für gewisse Irritationen sorgt. Die turbulenten Ereignisse im flüchtigen Schnellcheck.
Skandal des Tages?
Julian F.M. Stöckel fühlte sich beim geruhsamen Stuhlgang von nachdrängenden Kollegen gestört, die ein ähnliches Bedürfnis zum dann halt nicht mehr ausreichend stillen Örtchen trieb. Gefühlte 20 Minuten der Sendezeit wurden mit dem daraus resultierenden Konflikt gefüllt. Großes Fernsehen.
Spielte Sex eine Rolle?
Eine große Rolle, aber nur kurz. Nach erfolgtem und offenbar erfolgreichem Stuhlgang tigerte Julian F.M. Stöckel wie ein rolliger Kater durchs Camp und besprang alle Kollegen, die nicht rechtzeitig auf den Bäumen waren. Bis die fröhlichen Kopulationssimulationen des sympathischen Prominenten anderen Prominenten zu bunt, ja, zu regelrecht regenbogenbunt wurden: "Also, ihr seid so homosexuell, das muss echt aufhören." Und dann hört das auch sofort auf. Scheint also doch nicht "angeboren" zu sein…
Wie war die Dschungelprüfung?
Eine mit Geziefer und Ungeziefer gefüllte Stretchlimousine, in der die "österreichische Edelnutte" Larissa (Stöckel mal wieder) die Sternchen zu suchen hatte. Alternativ gab es, nicht ungeschickt, eine Flasche Schampus als verführerische Ablenkung von der Prüfung. Larissa tat das eine (in verwesender Biomasse wühlen), ohne das andere (im Schampus zu duschen) zu lassen. Eine Aufgabe, die Larissa mit bewährt schlechter Laune (und schlecht) absolvierte.
Was war der gruseligste Moment?
Die verstärkten Pinkelgeräusche aus dem Klohäuschen, als Larissa drauf war. Und anschließend die liebevoll vergrößerten Herpesbläschen auf der Oberlippe von Michaela Müller, ausgelöst durch besagte Geräusche und … ach, das will wirklich niemand so genau wissen.
Schimpfwort des Tages?
Diese Folge ging weitgehend ohne Kraftausdrücke über die Bühne. Allerdings gab's da eine bizarre Drohung von Herrn Stöckel, die es durchaus in sich hatte: "Jeder, der jemand anderen beim Kacken stört, der wird zum Blasen und zum Bumsen gezwungen!"
Worüber reden die da im Camp?
Zunächst ging es um Zahnbürsten und Handtücher, die verschlampt wurden. Um vollgepinkelte Kloschüsseln. Und, wie immer, um die angeblichen charakterlichen Verkrüppelungen derer, die gerade nicht mithörten, weil sie gerade Kloschüsseln vollpinkelten. Dann aber ging es nur noch um den Wendler.
Erkenntnis des Tages?
Es gibt im Camp tatsächlich Leute, die sich selbst und anderen vormachen, sie wollten im Dschungel in erster Linie wichtige Erkenntnisse über sich gewinnen. An Grenzen gehen, den Ekel überwinden, sich bis an die Grenzen der Schizophrenie zu verbiegen, solche Sachen. Erkenntnisse also, die verhältnismäßig mühelos auch den Zuschauer zu Hause vorm Fernseher ereilen können.
Gegenstand des Tages?
Eine dieser Kerzen, die man anzündet, wenn man nicht will, dass einen die Stechmücken nachts auffressen, weil der Duft dieser Kerzen… aber der Winfried Glatzeder kann das viel besser erklären: "Es ist kein Duft, sondern eine Paraffinmasse, die parfümiert ist und beim Verbrennen ein Insektengift freisetzt." Der Mime muss es wissen, weil er, dieses Gift nicht einatmen wollend, die Kerze der Kollegin Gabby ausgepustet hat. Mit dem Ergebnis, dass Gabby am nächsten Morgen wie ein mittelalterliches Pestopfer aussah.
Der Moralapostel?
Winfried Glatzeder reagiert wie ein gekränkter Liebhaber auf den Ausstieg des Wendlers: "Ich fühle mich auch ein wenig, wie soll ich sagen? Ausgenutzt!" Der Schauspieler nimmt es dem Musiker nicht ab, dass er am Ende seiner Kräfte sei, und argwöhnt, der Schlagerfreund habe das alles "nur geplant". Wegen der neuen Platte, der geplanten Tournee und der Tatsache, dass es sich bei ihm nun mal um einen Geschäftsmann für Klangzäpfchen handelt: "Er hat lebenslänglich bekommen und wird mit sich, so wie er ist, weiterleben müssen."
Schlauester Satz?
"Ich kann nicht mehr nach Deutschland oder Österreich. Das geht nicht mehr. Ich muss auswandern." (Larissa)
Dümmster Satz?
"Ich freue mich echt total, dass ich eure Bekanntschaft gemacht habe. Ich habe euch echt alle total lieb gewonnen, es waren wunderschöne Tage, aber: Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" (Michael Wendler)
Einerseits, andererseits?
Michael Wendlers früher Abgang, großes Thema. Hatte er etwas "total Berechnendes", wie ein tief enttäuschter Mola Adebisi stellvertretend für die anderen Kandidaten wähnte? Das würde voraussetzen, Menschen verfügten sich zum Zwecke der Selbsterkenntnis ins Camp. Einerseits. Andererseits ist vollumfänglich verständlich, dass da einer den Hut nimmt und sich vom Acker macht, bevor ihn wegen der hygienischen Verhältnisse noch eine "Keimvergiftung" dahinrafft.
Das Wendler-Lied des Tages?
Wie heißt es so schön in "Unbesiegt", einer der vielen unvergesslichen Hymnen des Dschungelwendlers? Da heißt es: "Wir waren die größten auf dieser kleinen Welt/ Und schubsen sie an/ Damit sie sich noch schneller dreht/ Und bis heute hab ich nicht so geil gelebt."