Rundfunk MDR-Intendant Reiter steigt vorzeitig aus
MDR-Intendant Reiter: "20 Jahre sind genug"
Foto: Tim Brakemeier/ dpaLeipzig - Noch in diesem Jahr soll Schluss sein. Udo Reiter hat seinen vorzeitigen Abschied als Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) angekündigt. "20 Jahre sind genug", sagte der 67-Jährige laut einer MDR-Mitteilung vom Donnerstagabend in Leipzig. Reiter wurde 1991 zum ersten Intendanten des neu gegründeten MDR gewählt und dreimal in seinem Amt bestätigt. Seine derzeitige Amtszeit läuft eigentlich bis 2015. Das genaue Datum für sein Ausscheiden steht laut MDR noch nicht fest.
Seine derzeitige Amtszeit läuft eigentlich bis 2015, in Reiters Vertrag gibt es aber eine Ausstiegsklausel. Er habe nach gründlichem Nachdenken davon Gebrauch gemacht, teilte Reiter mit. Er lebe seit 45 Jahren im Rollstuhl, das habe gesundheitliche Spuren hinterlassen. Nach 20 Jahren sei es außerdem an der Zeit, den Staffelstab an die nächste Generation weiterzugeben.
Reiter hatte zuletzt mit dem Betrugsskandal beim Kinderkanal (Kika) zu tun, bei dem ein Schaden von mehr als acht Millionen Euro entstanden ist. Deshalb hatte er auch die MDR-Jubiläumsgala abgesagt. "Das passt jetzt nicht in die Landschaft", sagte Reiter kürzlich der Nachrichtenagentur dpa. "Ich war mit dem Kika immer besonders verbunden. Der Betrug hat mich persönlich getroffen. Da ist einem nicht nach großen Feiern zumute."
Reiter wurde 1944 in Lindau am Bodensee geboren. Nach einem Verkehrsunfall sitzt er seit 1966 im Rollstuhl. Seine journalistische Laufbahn begann er beim Bayerischen Rundfunk. Dort wurde er Chefredakteur und 1986 Hörfunkdirektor. Seit 1991 baute er die Dreiländeranstalt MDR zum erfolgreichsten Dritten Programm in seinem Sendegebiet und zu einer "Stimme des Ostens" aus. Erfolgreich sind Serien wie "In aller Freundschaft", "Tierärztin Dr. Mertens" sowie die "Tatort"-Folgen mit Simone Thomalla.