Sebastian Pufpaff mit "Geht doch!": ZDF-Comedy-Panel - DER SPIEGEL
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"Geht doch!" im ZDF: Plemplem-Anworten auf unlustige Probleme

Foto: Steffen Z Wolff/ ZDF

ZDF-Comedy-Panel "Geht doch!" Mit Witzen die Welt retten? Klappt so mittel

"heute-show"-Kabarettist Sebastian Pufpaff bekommt ein eigenes Comedy-Format. In "Geht doch!" sucht er Plemplem-Antworten auf zutiefst unlustige Probleme.
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So toll und tröstlich es auch wäre: Dass uns die schönen Künste in ihren diversen Ausformungen aus den multiplen Schlamasseln helfen können, in denen wir gerade morastös versinken, das scheint leider tatsächlich nicht realistisch.

Auch wenn es Bücher gibt, die die passenden Romane für spezielle Kümmernisse empfehlen und mit "Geht doch!" nun auch einen vorerst dreiteiligen Comedyversuch, Dieseldilemma, Eisbärsterben und Bildungsmisere in Gelächter zu pulverisieren: Das klappt, man ahnt es schon, so mittel.

Wenn Gastgeber Sebastian Pufpaff sich mit seinem Comedianpanel eines reichen Problemsortiments annimmt, ist das zunächst sophistische Spielerei; der Spaß an möglichst abwegigen Lösungsideen - quasi eine dieser gerade so beliebten Skurrile-Erfindungen-Herzeige-Sendungen in Witzform.

Was soll man machen, wenn auf der Straße Leute zu langsam vor einem her gehen, aber immer noch zu schnell, um sie zu überholen, fragt etwa ein Mensch von der Straße, und Philip Simon macht ein spezielles Kauzgeräusch vor, halb röhrend, halb ächzend, mit dem man Leute verlässlich dazu bringen könne, besorgt zur Seite zu springen.

Pfandautomaten mit Schnapsblaming

Neben diesen Problempetitessen widmet sich jeder Comedian einem größeren Dilemma in einem eigenen Stand-up. Torsten Sträter schlägt Hüpfburgen aus Holz und kartoffelgefüllte Bällebäder vor, um die Plastikschwemme einzudämmen, Tahnee rät Pfandautomaten mit Schnapsblaming-Zusatzausstattung, um Menschen zu überzeugen, weniger Alkohol zu trinken.

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"Geht doch!" im ZDF: Plemplem-Anworten auf unlustige Probleme

Foto: Steffen Z Wolff/ ZDF

Pufpaff selbst wickelt sich, um trotz Dieselfahrverbot in die Innenstadt gelangen zu können, erst zur Knallfolienmumie und verschickt sich dann als Postpaket - das von einem faulen Zusteller dann natürlich eine Treppe hinuntergeworfen wird. Ein echter "Nonstop Nonsens"-Gedächtnisgag.

Mindestens dreitagebärtig kommt auch Philip Simons Lösungsvorschlag für die Bildungsmisere daher, der Geschichte einfach instagramgemäß portionieren möchte und über ein mögliches Insta-Profil von Julius Cäsar sinniert. Dieser Gag ist inzwischen schon so schlabberfertig verwässert wie Hipsterwitze über Acai-Bowls. Olaf Schubert schließlich asmussiert darüber, dass er jetzt vegan lebe, und "zwischen den Mahlzeiten klappt das schon ganz gut". Ach jo.

Auch wenn die Gags von schwankender Güte sind, hat das Format von "Geht doch!" seinen Reiz - vor allem, wenn die gesponnenen Ideen in dadaistische Absurdität wegkippen. Und damit beim Zuschauen zwar die erwünschte, momentan-eskapistische Erleichterung schaffen, aber auch völlig unmissverständlich lassen, dass sich die schwerwiegenderen der angesprochenen Probleme nicht einfach weglachen lassen.


"Geht doch!", Dienstag, 22.45 Uhr, ZDF