"Tatort" über Geiseldrama: Hochzeitsnacht mit Hindernissen
Sonntagskrimi Der neue "Tatort" im Schnellcheck
Zeigen die Ermittler richtigen Einsatz?
Wie man's nimmt: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) redet auf einen Geiselnehmer ein, nachdem eine ganze Hochzeitsgesellschaft in die Gewalt von Maskierten geraten ist. Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) läuft nach einem kleinen Missgeschick in Unterhose durch die Nacht. Keine Frage, der Einsatz ist hoch - die Wirkung allerdings gering.
Wie blutig ist die neue Folge?
Nicht so sehr. Es wird zwar die ganze Zeit erregt mit Revolvern gefuchtelt, aber es passiert nichts. Gilt leider für die Handlung insgesamt.
Kann man die Geschichte glauben?
Beim besten Willen: unmöglich. 90 Minuten versuchen die Geiseln auszubüxen, 90 versuchen die Geiselnehmer sie wieder einzufangen. Dafür, dass die beiden Gangster (gespielt von Ex-HipHop-Star Sascha "Ferris" MC und Westentaschen-Scarface Denis Moschitto) sich extrem dämlich anstellen, wirkt es schon sehr unplausibel, dass keinem die Flucht gelingt.
Bester Auftritt?
No-Budget-König Timo Jacobs ("Klappe Cowboy") gibt den orgelnden Alleinunterhalter und erzählt nebenbei eine kleine Sittengeschichte der ländlichen Drogenkultur. Fazit: Ohne Pillen hältst du es in der Provinz nicht aus. Kleiner Lichtblick bei diesem Blackout von "Tatort".
Wie steht's mit der Komik?
Einmal wird 'ne "Polonäse Blankenese" getanzt. Wer darüber lachen mag.
Lohnt das Einschalten?
Nein.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
"Tatort: Hochzeitsnacht", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den Tatort und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur .