"Tatort" aus Leipzig: Ärger im Migranten-Milieu
ARD-Sonntagskrimi Der neue "Tatort" aus Leipzig im Schnellcheck
Was ist das Thema?
Immer Ärger mit der lieben Familie. In einer Folge vor zwei Jahren hat Kommissarin Saalfeld (Simone Thomalla) ihren Vater, einen alten Stasi-Schergen, hinter Gitter gebracht. Jetzt bekommt die Ermittlerin einen Anruf von einer jungen Frau (Josefine Preuß), die behauptet, die Tochter des Weggesperrten zu sein - und damit Saalfelds Halbschwester. Just in dem Moment, in dem sie sich treffen wollen, wird die junge Frau entführt. Von Gangstern, die mit dem türkischen Milieu in Leipzig verbandelt sind. Saalfeld und Keppler geraten in den Krieg der Klein- und Großkriminellen.
Wie blutig ist die neue Folge?
Blutig gar nicht. Aber klebrig. Saalfelds Halbschwester betreibt einen Laden für türkisches Gebäck. Aber nicht nur deshalb stellt sich bei diesem "Tatort" ein Gefühl drastischer Überzuckerung ein: Die unter schweren Streicherschwaden inszenierten Schwesterngespräche besitzen - obwohl doch knallhart das deutsch-türkische Milieu geschildert werden soll - großes Seifenopernpotential.
Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?
Ja, irgendwie schon. Hat wohl irgendwas mit Migrationshintergründen und Stasi-Machenschaften zu tun. So richtig kriegen wir da aber keinen Sinn rein, sorry.
Bester Auftritt?
Gerne würden wir an dieser Stelle schreiben: Josefine Preuß. In ihrer ersten großen ernsten Rolle - nächste Woche folgt noch der mächtige ZDF-Mittelalter-Zweiteiler "Die Pilgerin" - hätten wir das sympathische Girlie gerne überzeugend gefunden. Aber am Ende zieht sie bei aller Hardboiled-Attitüde doch nur eine Schnute wie zu Zeiten der wunderbaren Comedy-Serie "Türkisch für Anfänger".
Und: Können wir das alles glauben?
Von Anfang bis Ende wirkt die Story konstruiert.
Lohnt das Einschalten?
Nein. Wir haben ja schon einige scheußliche deutsch-türkische Milieustudien gesehen - diese ist mit Abstand die scheußlichste. Kein guter "Tatort"-Einstand ins neue Jahr.
"Tatort: Türkischer Honig", Mittwoch, 1. Januar, 20.15 Uhr, ARD